Gib Antikommunismus keine Chance

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Bernd am 29.06.2020 13:13 Uhr

Hallo Freundi*nnen!
bin durch Zufall auf die Seite "info partisan" gekommen und habe die neue online Seite vom Roten Morgen gesehen. Sehr interessant ist, was hier auf einmal aus der Kiste geholt wird, allem voran die Debatte um die Hauptfrage "Lehre von der Denkweise". Höchst interessant, direkt im Zusammenhang mit der wunderbaren Aufstellung der Lenin Statue. Weltweite Reaktion in den Medien. Und eine interessante Zusammenfassung von Iwan Blagij im Ersten russischen Fernsehen: " Die MLPD .....spielt im politischen Leben des Landes keine bedeutende Rolle. Sie ist zu klein. Aber die "Operation Lenin" macht die Partei weltberühmt. Paßt wie die Faust aus Auge. Ein mächtiger Hieb gegen den Antikommunismus von dieser "kleinen Partei". Zu was diese Partei wirklich fähig ist, wird sich in dieser weltweiten Krisenlage noch sehr viel deutlicher zeigen. Dies jetzt war und ist wahrlich begeisternd! Für sachliche proletarische Streitkultur bin ich immer "offen" gewesen,vom Ende der 1960iger Jahre bis heute mit den Kollegen des Roten Morgen, das gilt!
Liebe Grüße aus Berlin-Siemensstadt

Dietz am 27.06.2020 16:49 Uhr

Ich habe gerade aufmerksam die von Kai angegebene Seite https://rotermorgen.eu/ist-die-mlpd-eine-kommunistische-partei_1/ gelesen. Abgesehen von den immer wieder vor geholten Hetzereien bzw. Verleumdungen ist dort leider nichts neues zu erfahren. Eine offene Diskussion auf Augenhöhe mit der MLPD ist scheinbar nicht gewünscht, stattdessen wird sie wie eine Aussätzige behandelt, mit welcher "aufrichtige Kommunisten" wie auch linke Revisionisten (schon eine merkwürdige Kombination!) nichts zu tun haben wollen. Zwar wird wohlwollend anerkannt, dass in der MLPD durchaus zahlreiche aufrichtige (!) Marxisten aktiv sind (gibt es eigentlich auch unaufrichtige Marxisten?), aber leider dem Blendwerk der Parteileitung auf dem Leim gehen. Im Umkehrschluss sind also viele Mitglieder zwar aufrichtig, aber leider auch viel zu dumm, haben, im Gegensatz zu den hellen Köpfen des Roten Morgens, keine Ahnung vom wirklichen Marxismus-Leninismus.
Ehrlich gesagt sollten diese Behauptungen auch niemanden überraschen, hat doch schon Willy Dickhut im RW 4/5 das Verhalten von Aust, in dessen Geisteshaltung der Rote Morgen auch heute noch arbeitet, entlarvt. Scheinbar haben die verantwortlichen des Roten Morgens diese Demütigung bis heute nicht vergessen.
Wenn die MLPD wirklich so isoliert ist, lediglich eine Art Pseudo-Marxismus-Leninismus betreibt, ja, sogar z.T. in die trotzkistische Ecke gestellt wird, sollte man sich doch die Frage stellen, warum die MLPD die in Deutschland am meisten verfolgte Partei ist, warum ihre Mitglieder immer wieder mit beruflichen Sanktionen bedroht werden, warum es immer wieder zu Angriffen, egal ob verbal oder auch körperlich, gegen Mitglieder und Ständen kommt? Auf diese ja offensichtlichen Tatsachen gibt es beim Roten Morgen keine Antwort!

Kai am 24.06.2020 22:03 Uhr

Hallo Rene,
sachliche oder unsachliche Auseinandersetzungen sind meist nicht politisch. Auch wenn es immer wieder heißt "alles ist politisch". Das ist meine Meinung. Ob ich nun meine Wohnung mit roter Tapete oder brauner Tapete ziere ist sicherlich nicht davon abhängig, ob ich Faschist oder Kommunist bin. Also ist das auch keine Frage des Antikommunismus.
Wenn die einen sich über Kinder ärgern, weil die mal laut sind, dann ist das nichts anderes als wenn andere sich über die Erwachsenen ärgern weil die immer so wichtig sein wollen. Auch diese Auseinandersetzung hat keine kommunistische oder antikommunistische Auffassung. Allerdings können Kommunisten und auch Antikommunisten in diesen Auseinandersetzungen das Wort ergreifen, was sicherlich auch wahrnehmbar wäre, in der Art und Weise wie die Auseinandersetzung und mit welchen Argumenten sie geführt wird.
Ich habe einen interessanten Beitrag zum Thema Antikommunismus gefunden:
Antikommunismus von Bernd Faulenbach:
Mit der Ausbreitung des Kommunismus, mit der Diffusion von Ideologien und Bewegungen waren Abstoßungseffekte, d.h. die Entstehung von Gegenideologien und Gegenbewegungen verbunden. Der Beitrag von Bernd Faulenbach behandelt „Antikommunismus” als historische Kategorie. Er thematisiert zunächst seine Entstehung seit 1917, dann werden die Epochen des Antikommunismus dargestellt bis hin zur Auseinandersetzung mit dem Kommunismus seit der Epochenwende 1989-91. Abschließend erörtert er den Forschungsstand und offene Fragen.
https://docupedia.de/zg/Faulenbach_antikommunismus_v1_de_2017
Übrigens wird gerade auf der Seite:
https://rotermorgen.eu/ist-die-mlpd-eine-kommunistische-partei_1/
die Frage diskutiert, ob die MLPD eine kommunistische Partei ist. Dort kommen auch antikommunistische Positionen vor.

Rene am 11.06.2020 18:04 Uhr

"Ist es Antikommunismus, wenn ich für eine konkrete Sache eintrete, und dafür von den anderen angefeindet werde? Obwohl ich kein Kommunist bin?" - So ungefähr war die Frage eines Gesprächspartners, die mir vor einiger Zeit gestellt wurde.
Aber ich gebe offen zu, die Frage brachte mich ins Schleudern.

Daran habe ich gerade wieder denken müssen, als ich nochmal den Beitrag von Lutz vom 13. Mai durchgelesen habe.

Es ging um eine, verhältnismäßig gesehen, Bagatellsache im Wohngebiet. Sprich: Spielplatz. Was einigen dort zu laut war, wogegen er sich öffentlich geäußert hatte. Denn Kinderlärm auf dem Spielplatz ist ja wohl das normalste auf der Welt. (Das ganze war schon länger her, vor Corona, aber es beschäftigt ihn noch immer sehr. Vor allem auch, weil dann, als der Spielplatz wegen Corona gesperrt wurde, die anderen aufgeatmet haben, weil endlich Ruhe sei.)

Gert Bierikoven am 29.05.2020 12:55 Uhr

Ich meine, wir müssen mehr über die Hintermänner der sogenannten "Hygiene-Demos" herausfinden und darüber aufklären, besonders über faschistoide und faschistische Hintermänner und Bestrebungen, z. B. auch Widerstand 2020.
Gestern war im WDR-Fernsehen bei Böttinger ziemlich zum Schluss ein Lehrer aus Bonn, der positivistisch meinte, man müsse alle Meinungen sammeln und austauschen und "ideologiefrei" diskutieren. Dabei hob er Ken Jebsen in den Himmel. Auch diesen ominösen Dr. Bodo Schiffmann erwähnte er als jemanden, mit dessen Meinung man sich befassen muss.
Die klare Abgrenzung zu diesen Demos muss auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Ansichten der Drahtzieher beinhalten.

Lutz am 13.05.2020 19:37 Uhr

Antikommunismus ist nichts anderes, als der verzweifelte Versuch die gegenwärtigen Katastrophen in der heutigen kapitalistischen Klassengesellschaft, wie die Ursachen von Vertreibung und Flucht, nämlich Kriege, Hunger und Ausbeutung von Mensch und Natur zu leugnen und vom Klassenkampf zur Zerschlagung des kapitalistischen Terrors abzulenken.
Darauf hat schon der Philosoph Max Horkheimer, Demokrat und Antifaschist hingewiesen.
Horkheimer hat der bürgerlich kapitalistischen Gesellschaft den Spiegel vorgehalten und formuliert: »Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.« Für Horkheimer gibt es nur eine wirkmächtige philosophische Grundlage den historischen und dialektischen Materialismus. Horkheimer formuliert:
»Aber die totalitäre Ordnung ist nichts anderes als ihre Vorgängerin, die ihre Hemmungen verloren hat. Wie alte Leute zuweilen so böse werden, wie sie im Grunde immer waren, nimmt die Klassenherrschaft am Ende der Epoche die Form der Volksgemeinschaft an.« Und weiter: »Den Mythos der Interessenharmonie hat die Theorie (also der Marxismus, A. S.) zerstört; sie hat den liberalistischen Wirtschaftsprozess als Reproduktion von Herrschaftsverhältnissen vermittels freier Verträge dargestellt, die durch Ungleichheit des Eigentums erzwungen werden. Die Vermittlung wird jetzt abgeschafft. Der Faschismus ist die Wahrheit der modernen Gesellschaft, die von der Theorie von Anfang an getroffen war. Er fixiert die extremen Unterschiede, die das Wertgesetz am Ende produzierte.« https://www.jungewelt.de/artikel/372584.max-horkheimer-eine-weltsicht-kippt.html

Peter Borgwardt am 10.05.2020 17:12 Uhr

(1) Der Spruch von Charlie Chaplin, der dem Aufruf „Gib Antikommunismus keine Chance!“ voransteht, wurde in Deutschland im Sommer 2011 bekannt, als seine Tochter Geraldine Chaplin mehrere Interviews gab. Der Anlass damals war, dass in Berlin erstmals eine große Werkschau mit 80 Filmen Charlie Chaplins stattfand. In der „Frankfurter Rundschau“ sagte sie:
„Mein Vater definierte sich selbst als Humanisten, als Botschafter des Friedens. Er sagte: ‚Ich bin kein Kommunist, aber ich weigere mich, Kommunisten zu hassen, nur weil es konform ist.‘“ (FR 13.07.2011)
Im Interview mit der Zeitung „DIE ZEIT“ einen Tag später merkte sie in Zusammenhang mit dem Anti-Hitler-Film „Der große Diktator“ noch folgendes an:
„Man hatte meinen Vater gewarnt, dass der Film für großen Ärger sorgen würde. Und er hat ihn dann ja auch mit seinem eigenen Geld finanziert. Aber er war kein Kommunist. Er war ein Pazifist und Antimilitarist.“ (14.07.2011)
Ich finde wichtig zu wissen, dass Charlie Chaplin konsequent gegen Kommunisten-Hetze auftrat, aber auch, wo und wie er sich selbst politisch-weltanschaulich verortete: Humanist, Pazifist, Antimilitarist.

Peter Borgwardt am 10.05.2020 13:28 Uhr

(2) Hin und wieder fragen z.B. Leute, mit denen ich spreche, warum sollte der Antikommunismus keine Chance haben? Es würden eben auch Gegner des Kommunismus existieren – und dies zum Ausdruck zu bringen, wäre deren legitimes Recht. Der Gegensatz, der hier betont wird, bezieht sich aber auf den politischen Meinungskampf und die Meinungsfreiheit: Die einen sind für den Kommunismus, die anderen dagegen, manche wiederum finden am Kommunismus verschiedene Sachen gut, sind aber auch kritisch eingestellt gegenüber bestimmten Positionen. Wenn man nun generell den Antikommunismus verurteilte – so offenbar die Bedenken – dürften sich sozusagen nur noch diejenigen frei äußern, die pro-kommunistisch seien. Das Gegenteil von Antikommunismus ist aber in dem oben bezeichneten Zusammenhang nicht einfach Pro-Kommunismus. Vielmehr steht einer Richtung des Antikommunismus die weltanschauliche Offenheit gegenüber! Natürlich unter Einbeziehung revolutionärer Standpunkte. Jemand, der Kritik am Kommunismus hat (auch unter Marxisten-Leninisten selbst gibt es Kritiken an grundsätzlichen Fehlern bis hin zu Verbrechen in ehemals sozialistischen Ländern), ebenso wie jemand, der nicht mit den Zielen des Kommunismus übereinstimmt, kann dennoch mit Kommunisten verbündet sein, z.B. gegen die Gefahr des Faschismus.

Peter Borgwardt am 10.05.2020 13:26 Uhr

(3) Als Ideologie vertritt der Antikommunismus dagegen strikte Feindschaft gegenüber jeglicher Zusammenarbeit von Menschen über Partei- und Weltanschauungsgrenzen hinweg unter Einschluss von Vertretern des Kommunismus. Er ist auch keineswegs eine Methode der kritischen Prüfung, was vom Kommunismus zu halten ist, also z.B. wo er richtig liegt und wo ggf. nicht. Vielmehr lebt der Antikommunismus von unversöhnlichem Hass gegen den Kommunismus. Auf jedem Gebiet und in jeder Hinsicht nimmt er deshalb und von vorne herein – wenn auch auf moderne Weise sich scheinbar fortschrittlich gebend und äußerst facettenreich – einen aggressiven Standpunkt der Unvereinbarkeit ein und verbreitet ihn nach der Devise: Kommunismus kann und darf niemals richtig sein bzw. recht haben! Das ist weder eine demokratische noch gar eine wissenschaftlich-kritische Haltung, sondern zutiefst undemokratisch, dogmatisch, in letzter Konsequenz inquisitorisch. Im Kern wendet sich der Antikommunismus deshalb auch nicht nur gegen die Zusammenarbeit mit Kommunisten, sondern fast noch mehr fürchtet er den damit verbundenen gleichberechtigten und streitbaren Diskurs – tabulos und ohne Stigma – über Alternativen zur herrschenden kapitalistischen Politik und Gesellschaftsordnung.

Lutz Konhäuser am 03.05.2020 21:38 Uhr

DER 8. MAI
Den 8. Mai als Sieg der internationalen Arbeiter*Innenklasse über den Faschismus als Feier-, Gedenk-, und internationalem Kampftag in ganz Deutschland erkämpfen.
Nach 75 Jahren Befreiung vom Faschismus, Sieg des internationalen Kampfes gegen den Faschismus und Völkermord, dringen weltweit Muster faschistischen Gedankengutes und faschistischem Terrorismus in die gesellschaftliche Wirklichkeit in den Alltag vor.
Gerade deshalb ist ein internationaler Kampftag, als Feiertag des internationalen Sieges der Arbeiter*Innen der ganzen Welt von fundamentaler Bedeutung.
Der 8. Mai wird in Bundesland Berlin als Feiertag begangen.
Die Antifaschisten müssen weltweit den 8. Mai als Kampf- und Feiertag erkämpfen.
Mit Streiks, Demonstrationen und antifaschistischen Aktionen.
Tot dem Faschismus - Nieder mit dem Krieg - für die soziale Befreiung weltweit!
Frauen im Kampf gegen den Faschismus - der Sieg der Emanzipation:
https://www.youtube.com/watch?v=CLO6q5r-rv8
Клятва – исторический фильм 1946
„Der Schwur“ (1946) – ein bewegender sowjetischer Film (russ.)
Dieser Film wurde von Chruschtschow verboten!
https://sascha313.wordpress.com/2018/03/28/der-schwur-1946-ein-sowjetischer-film-mit-deutschen-untertiteln/
https://www.youtube.com/watch?v=VNCiHGcJzFg
http://antifa-nordost.org/10298/pankow-buch-8-mai-45-wir-feiern-die-befreiung/#more-10298
http://demminnazifrei.blogsport.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Demmin
https://www.youtube.com/watch?v=qNF0uQYicgI
https://www.youtube.com/watch?v=PXvNt2pv4mQ
https://www.youtube.com/watch?v=mZgrazJEpf4
8. Mai zum Feiertag machen! Was 75 Jahre nach Befreiung vom Faschismus getan werden muss!
https://www.change.org/p/8-mai-zum-feiertag-machen-was-75-jahre-nach-befreiung-vom-faschismus-getan-werden-muss-tagderbefreiung-bkagvat-bundesrat

Die Moderation am 25.04.2020 14:35 Uhr

Wenn Antikommunisten anfangen zu rechnen... (siehe Bild im Anhang)

Anhänge

Lutz am 18.04.2020 20:52 Uhr

Zu dem heutigen Artikel: ALTERSBESCHRÄNKUNG EINGEFÜGT!
MLPD-Film über die „Heilige Hetzjagd gegen den Kommunismus" antikommunistisch zensiert!
für Teil 1 stimmt das aber wenn ihr den Titel: Dem ANTIKOMMUNISMUS keine CHANCE, Teil 2 in den Suchbalken eingebt, könnt ihr Teil2 https://www.youtube.com/watch?v=5TQULJ76T7c ohne Altersbeschränkung sehen. Ebenso "Dem ANTIKOMMUNISMUS keine CHANCE Teil 4: LENIN
https://www.youtube.com/watch?v=3HxVtzDqjQw&list=PLdod8JZcEIsBGZYfSNnWgHTk-JLxCae9I
also versuchen! und hier noch Antikommunistische Gewalt während der Rosenrevolution in Portugal:
SYND 17 8 75 CATHOLIC ANTI-COMMUNISTS CLASH WITH COMMUNISTS AFTER RALLY
https://www.youtube.com/watch?v=z8iiCZvqcek
und hier ein Film über die Hintergründe und die Nelkenrevolution in Portugal:
Capitães de Abril (2000) filme completo PT PT
https://www.youtube.com/watch?v=M7oeAH1Rj3I
und schaut Euch mal: http://www.ak-gewerkschafter.de/ an
Jetzt erst recht: Herraus zum 1. Mai!

Stefan am 17.04.2020 13:10 Uhr


Zu Peter Ahrens

Sozialismus und Kommunismus haben nur Bestand auf der ökonomischen Grundlage hochentwickelter Industrie und Technik. Es kann keinen "Steinzeitkommunismus" geben.

Stefan am 17.04.2020 12:55 Uhr


Peter Weisspfennig
Die Antikommunisten nehmen es auch im Fall der Corona-Pandemie mit den Tatsachen nicht so genau. Bereits Ende Dezember 2019 hat die VR China die WHO über die Krankheit informiert. Ab dem 3.1.2020 wurden auch andere Länder u.a. die USA regelmäßig über den Verlauf informiert. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Wuhan ganze 44 an Covid 19 Erkrankte. Nachdem epidemiologische Untersuchungen die Übertragung von Mensch zu Mensch erwiesen hatten wurde die Millionenmetropole Wuhan abgeriegelt und landesweite, in der bisherigen Geschichte beispiellose Quarantänemaßnahmen eingeleitet. China für die Pandemie verantwortlich zu machen ist nichts weiter als ein durchschaubares Propagandamanöver, das den aufstrebenden imperialistischen Konkurrenten in den schwärzesten Farben malen und vom eigenen katastrophalen Versagen ablenken soll.
Ein lokaler Fuktionär der KP Chinas sagte später, er erwarte vom Volk Dankbarkeit für den Einsatz der Partei im Kampf gegen Covid 19. Früher, zu Maos Zeiten, galt noch die Devise" Dem Volke dienen". Heute dient das Volk der neuen Bourgoisie und ihrer Staatspartei.

Die Moderation am 15.04.2020 13:34 Uhr

Vielen Dank für die anregenden Diskussionsbeiträge! Die Kambodscha-Frage ist durchaus interessant und diskussionswürdig - zugleich sprengt das Thema an dieser Stelle das Diskussionsforum. Die Redaktion von Rote-Fahne-Magazin und rf-news freuen sich über Leserbriefe und streitbare Artikel zum Thema.

Peter Weispfenning am 15.04.2020 13:10 Uhr

Ich bin in der Kambodscha-Frage kein Experte. Es gibt dazu wenige tragfähige Analysen und eine komplizierte Quellenlage. Es bestehen für mich keine Zweifel daran, dass es in den Jahren 1975-1979 hunderttausende Tote gab; sicherlich gab es schwere Verbrechen. Was man beachten muss:
1. Die Schätzungen an Toten in der Zeit variieren mal eben so zwischen 700.000 und 3,3 Millionen Menschen (bei von ca. 7-8 Millionen Einwohnern).
2. Herrschte dort bis zum 17. April 1975 eine CIA-hörige Militärdiktatur unter Lon Nol. Die Evakuierung der Hauptstadt Phnom Pens und der Hunger – zusammen mit grassierenden Krankheiten Hauptursache vieler Tode - war auch eine Folge der imperialistischen Verbrechen. Rainer Werning, ein Südostasienexperte, schrieb dazu: „Die vormals verschlafene Hauptstadt war während der systematischen US-amerikanischen Flächenbombardements (…) zu einem über eine Million Flüchtlinge zählenden Moloch angeschwollen, der (…) nur dank einer von der US-Armee aufrechterhaltenen Luftbrücke mit Nahrungsmitteln versorgt werden konnte.“ („Unbewältigtes Erbe“).
3. Die Roten Khmer hatten aktiven Anteil an der Befreiung Kambodschas vom US-Imperialismus. Es gibt aber keine Belege, dass sie unter Pol Pot eine marxistisch-leninistische Weltanschauung vertraten. Es gibt gut begründbare Meinungen, die auf nationalistische, idealistische und bäuerliche Prägungen hinweisen. Nicht alles, was jemand unter Berufung auf den Kommunismus tut, kann man auch dem Kommunismus zurechnen. Genauso wenig, wie man das Christentum für die CDU verantwortlich machen kann.
Was mich wundert, dass Sie kein Wort über die Methoden des Antikommunismus verlieren, die Folgen des Imperialismus zu Folgen des Kommunismus ummünzen. Eine wichtige Frage, wenn es um Alternativen zum Kapitalismus geht.

Gottfried Schweitzer am 15.04.2020 12:03 Uhr

Hallo Herr Ahrens, auch Ihre Mitteilung ist "bei weitem übertrieben". 1970 errichteten die USA in Kambodscha eine faschistische Militärdiktatur. In den folgenden fünf Jahren hatte "der 'Nebenkriegsschauplatz' Kambodscha das größte Bombardement in der Geschichte des Luftkriegs zu erleiden, weil dadurch der Krieg im benachbarten Vietnam ... eine entscheidende Wende erfahren sollte", schreibt William Shawcross von der Londoner Sunday Times in dem sehr fundierten Buch "Schattenkrieg" (1979 Ullstein-Verlag). Hunderttausende Kambodschaner starben, Millionen flohen vor dem Bombenhagel in die Hauptstadt Pnom Penh, wo sie mit Reislieferungen der USA notdürftig überlebten. Nach der Niederlage der USA 1975 brachen diese Lieferungen schlagartig weg. Um eine Hungerkatastrophe zu verhindern, schickte die neue Regierung der Roten Khmer die Bevölkerung aufs Land, um die Landwirtschaft wieder aufzubauen. Auch der bürgerliche frühere Regierungschef Prinz Sihanouk unterstützte diese Massnahmen. 1978 besetzte Vietnam mit Unterstützung der sozialimperialistischen Sowjetunion Kambodscha und vertrieb die chinafreundliche Pol-Pot-Regierung in den Norden des Landes. Erst seit dieser Zeit geistern von Vietnam aus die Millionen Opfer durch die Medien - um den Einmarsch und den Bruch des Völkerrechts zu rechtfertigen. Wie viele Kambodschaner durch US-Bomben, Hunger oder im Bürgerkrieg gestorben waren, ist bis heute ungeklärt. 1970 hatte Kambodscha ca. 7 Millionen Einwohner, - ungefähr ebenso viele 1980!

Peter Ahrens am 14.04.2020 13:38 Uhr

Herr Weispfenning,

100 Millionen Tode durch den Kommunismus ist sicherlich bei weitem übertrieben.
Dennoch möchte ich an Pol Pot erinnern, dem es gelang fast einen ganzen Staat auszurotten im Namen des (Steinzeit)-Kommunismus

Peter Weispfenning am 13.04.2020 19:31 Uhr

Dramatische Enthüllung: Corona-Tote sind alle Opfer des Kommunismus! Die US-Stiftung zum „Gedenken an die Opfer des Kommunismus“ ist nicht irgendwer im weltweiten „Who is Who“ des Antikommunismus. … Hier akribisch und natürlich streng wissenschaftlich die historischen Opfer des Kommunismus gezählt, man kommt dort bisher auf 100 Millionen. Solche Monsterzahlen werden auch sonst in den Medien gerne zitiert. Nur wie kommen sie zustande? Dankenswerter Weise hat uns diese Stiftung nunmehr ein Paradebeispiel dafür geliefert. So konnte man Ostern in den Medien folgendes lesen: „Die Stiftung 'Memorial Foundation Victims of Communism' reiht die Todesfälle durch das globale Coronavirus in die Liste der historischen Opfer des Kommunismus ein.“ (Quelle: https://dailycaller.com/2020/04/10/communism-china-coronavirus-deaths/) Man dachte vielleicht zunächst an Satire, aber nein, auf der Homepage der Stiftung heißt es: „Wenn die Coronavirus-Krise etwas beweist, dann, dass der Kommunismus - seine Logik, seine Brutalität, seine Inkompetenz - immer noch eine ernste Bedrohung für die ganze Welt darstellt. Je früher der Kommunismus in den Mülleimer der Geschichte geworfen wird, desto sicherer werden wir alle sein.“ (Quelle: https://www.victimsofcommunism.org/voc-news/2020/4/5/blame-the-chinese-communist-party-for-the-coronavirus-crisis) Diese Logik ist bestechend! Man setzt die Politik eines sozialimperialistischen Landes – China – mit dem Kommunismus gleich. Man unterschlägt das katastrophale Versagen der ultreaktionären Trump-Administration und macht stattdessen China (oder auch die WHO, Kuba wäre auch originell) dafür verantwortlich. … Deshalb sage ich: Gib Antikommunismus keine Chance! Auch in der Corona-Frage. Der ganze Artikel hier: https://www.rf-news.de/2020/kw16/corona-tote-sind-alle-opfer-des-kommunismus