DISKUSSION GESCHLOSSEN: Welche Auswirkungen hat der begonnene Umschlag in eine weltweite Umwelt- und Klimakatastrophe auf das natürliche Entstehen neuer Krankheiten und Pandemien?

Wolfgang am 29.04.2020 00:07 Uhr

Die Mär von der Coronakrise, die schicksalhaft über alle Klassen und Schichten der Gesellschaft weltweit gekommen ist , hat äußerst kurze Beine.
Die Studien über einen Zusammenhang zwischen Schadstoffbelastung der Luft und Wirkung des Coronavirus sind recht solide.
Die Entstehung des Virus unter Wirkung der Umweltbelastung als eine Art Katalysator wird ebenfalls diskutiert.
Vor wenigen Wochen noch frohlockten die bürgerlichen Massenmedien so ganz am Rande über das Ende oder wenigstens zeitweilige Ende der Jugendbewegung #FRIDAY FOR FUTURE.
Tatsächlich schien der Staat durch Schulschließungen, das weitreichende Verbot von Versammlungen und die Abstandsregeln der Bewegung so ganz nebenbei den organisatorischen Boden entzogen zu haben.
Aber die jugendlichen Organisatoren der Bewegung, darunter Greta , hielten gut dagegen, nur die grünlichen und sonstigen Trittbrettfahrer waren rasch verschwunden.
Einmal durch systematische und verstärkte Nutzung des Internet nicht nur als Mittel der Kommunikation, sondern auch als Weg, um Menschen zu erreichen.
Aber auch durch symbolträchtige öffentliche Aktionen unter Beachtung aller Gesundheitsregeln.
Und dann gab es da ja noch die Verunglimpfung des Ganzen als Schulschwänzerbewegung.
Die Geschichte unerwartet ein Schnellurteil gesprochen.
Während die staatliche Institution Schule in vielen Punkten vor Corona die Flucht ergriff,nicht nur Freitags,
die Fortführung der Ausbildung engagierten Pädagogen und Eltern sowie den Schülern selbst überließ, ist #FFF die Fragen wie oben beschrieben zukunftsweisend angegangen. Greta gehört also nicht in die Psychoecke.
Im übrigen denke ich , die aktuellen Probleme mir der Coronapandemie sind ein leichter Eindruck dessen, was eine fortgeschrittene globale Umweltkatastrophe bringt.

Bernd am 23.04.2020 11:19 Uhr

"Corona: Tödliche Luftverschmutzung?

Weitere Studie, die hohe Luftverschmutzung als erheblich verstärkendes Risiko bei Corona-Infektionen nahelegt"

Quelle: https://www.heise.de/tp/news/Corona-Toedliche-Luftverschmutzung-4707898.html

Hermann Hilpert am 21.04.2020 11:48 Uhr

Meiner Meinung nach müssste sich die Diskussion um die Corona-Pandemie mehr auf den Zusammenhang mit der durch das imperialisische Weltsystem verursachten Umweltkrise und der dadurch bedingten Zerstörung der Lebensgrundlagen des Menschen, befassen.
Der Beitrag von Hannes Stockert geht in die richtige Richtung. Es sollte aber nicht nur geklärt werden, welche Sofortmaßnahmen notwendig sind sondern auch, wie durch einen gesamtgesellschaftlichen Paradigmenwechsel derartige Gefahren abgewendet oder bewältigt werden können.
Eine neue Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) zeigt, dass vor allem die Regionen eine hohe Todeszahl aufweisen, in denen sowohl die Belastung mit Stickstoffdioxid besonders hoch als auch der vertikale Luftaustausch besonders gering sind. Das ist aber nur eine Besonderheit der Umweltkrise. Ein interdisziplinäres Team des Universitätsspitals Zürich zeigte, dass SARS-CoV-2 nicht nur eine Lungenkrankheit ist, sondern viele Organe betrifft. Während jüngere Patienten mit dem Angriff der Viren meistens gut zurecht kommen ist er für solche mit chronischen Krankheiten oft tötlich. Das zeigt, dass die Infektion mit dem Corona-Virus kein widerspruchsfreier Prozess ist und dass der Kontakt mit dem Virus noch nicht automatisch zu einer Infektion führen muss. Es ist nicht nur das Immunsystem, das Viren abwehrt. Auch die Zelle, an die sich das Virus anheftet und das innere Milieu im Körper hat bis zu einem gewissen Grad die Möglichkeit das Eindringen des Virus zu verhindern. Wenn aber eine deformierte Umwelt zu krankhaften Veränderungen des Stoffwechsels geführt hat, können die Zellen und das Stoffwechselmilieu das Virus nicht mehr abwehren. Einen Hinweis darauf liefert ein Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU).

Anton Bosch am 17.04.2020 13:25 Uhr

Nachtrag zum Zitat "Forscher aus Italien sprechen davon, dass Luftverschmutzung eine Art Autobahn für das Coronavirus ist." (Ewald am 13.04.2020 09:39 Uhr):

Ich fand unter
https://www.meinbezirk.at/baden/c-gesundheit/studie-bestaetigt-smog-und-feinstaub-beschleunigte-die-verbreitung-des-coronavirus_a3993057
eine gute Zusammenfassung der Studie mit einer Quellenangabe:
https://www.ilfattoquotidiano.it/2020/03/17/coronavirus-lo-studio-smog-e-polveri-sottili-hanno-accelerato-la-diffusione-di-sars-cov2/

Leider kann ich kein Italienisch und die Seite enthält viel Werbung.

Anton Bosch am 17.04.2020 12:47 Uhr

Ich denke, der von der MLPD geforderte Gesundheitsschutz sollte viel weiter gefasst werden. Also als Forderung z. B. auch die sofortige und nachhaltige Reduzierung der Luftbelastung.

Zitat:
"Forscher aus Italien sprechen davon, dass Luftverschmutzung eine Art Autobahn für das Coronavirus ist."
(Ewald am 13.04.2020 09:39 Uhr)

Interessant wäre, welche Rolle die sinkende Luftbelastung infolge der Maßnahmen gegen die Pandemie (z. B. weniger Verkehr) bei der Dämpfung der Pandemie spielt.

Anders ausgedrückt:
Ist die Reduktion der Luftbelastung ein maßgeblicher Faktor zur Bekämpfung der Pandemie, neben Maßnahmen wie Abstand halten, Mund-Nasen-Schutz, etc.?

Karl-Heinz am 16.04.2020 20:16 Uhr

Welcher Zusammenhang besteht mit dem angeblichen Rückgang der Neueerkrankungen b.z.w. Infektionen zum medialen spürbaren Rückgang der atmosphärischen Luftverschutzung, der Erkrankungen und noch unbekannter Lagzeitwirkungen? Mir begegnen immer wieder Menschen mit selbstgebastelten Mundschutz. Spricht man sie an warum die wie Aliens rumlaufen bekommt man oft die Antwort. "Ich will noch nicht sterben!" Na, wer will das schon. Wir leben und erleben das Leben als etwas einmaliges, nicht wiederholbares und empfinden Glück und Traurigkeit. Wer wünscht das nicht seinen Eltern, Kindern oder gar Ur, Ur, Ur-Enkeln? Wer Spuren hinterlassen will muß durch feuchten
Sand gehen, Spuren hinterlassen die nicht so leicht durch Wind und Wasser verspült werden und dennoch von nachfolgenden Generationen erkannt werden können. In einer solchen Zeit leben wir heute. Es macht Spaß diese Zeitzeichen zu vernehmen und diese Welt von Ausbeutung zu erlösen. Gemeldet hat diese Gedanken euer Krümelkuchen.

Karl Nümmes am 14.04.2020 17:31 Uhr

Hochinteressant, was Friedrich Engels zum Thema Epidemien im Kapitalismus zu sagen hat:"Die moderne Naturwisssenschaft hat nachgewiesen, daß die sogenannten „schlechten Viertel", in denen die Arbeiter zusammengedrängt sind, die Brutstätten aller jener Seuchen bilden, die von Zeit zu Zeit unsre Städte heimsuchen. Cholera, Typhus und typhoide Fieber, Blattern und andre verheerende Krankheiten verbreiten in der verpesteten Luft und dem vergifteten Wasser dieser Arbeiterviertel ihre Keime; sie sterben dort fast nie aus, entwickeln sich, sobald die Umstände es gestatten, zu epidemischen Seuchen, und dringen dann auch über ihre Brutstätten hinaus in die luftigeren und gesunderen, von den Herren Kapitalisten bewohnten Stadtteile. Die Kapitalistenherrschaft kann nicht ungestraft sich das Vergnügen erlauben, epidemische Krankheiten unter der Arbeiterklasse zu erzeugen; die Folgen fallen auf sie selbst zurück, und der Würgengel wütet unter den Kapitalisten ebenso rücksichtslos wie unter den Arbeitern." Wie die Bourgeoisie dies bekämpft indem sie an anderer Stelle die gleichen gefährlichen Bedingungen wieder erzeugt, ist weiter zu lesen in: Friedrich Engels zur Wohnungsfrage (MEW Bd 18 S. 233 ff) Wenn ich mich nicht irre, wurde dieser Gesichtspunkt in der RF bisher noch nichtbeachtet. Auch wenn der rasant weltumspannende Charakter der heutigen Corona-Krise neu ist, das grundsätzliche Problem haftet dem Kapitalismus an wie das Amen in der Kirche.

Karl-Heinz am 13.04.2020 19:21 Uhr

Danke für die ersten Antworten. Ergänzend möchte ich feststellen dass seit bestehen der Corona-Festlegungen der individuelle und touristische Straßenverkehr enorm abgenommen hat. Ergebnis ist dass die Luft weniger stinkt und die Feinstaubbelastung gefühlsmäßig gesunken ist.
An der ganzen Ostseeküste sind die Strände verweist, obwohl es ja gerade auch für Asmathiker und für Menschen mit verschiedenen Lungenerkrankungen die Jodhaltige Luft gesund sei.
Seit den 09.04.2020 wird nun in den Medien über ein Papier schwammig diskutiert die Corona Maßnahmen in einer Art Salamitaktik herunter zu fahren? Favorisiert werden Mund- und Nasenschutz, anstelle von Lungenschutz, besorgt wird sich über die Umsetzung in Kitas, Schulen und kleinenren Geschäften geäußert. Corona ist meiner Meinung nach noch nicht besiegt oder war von Anfang an eine weltweit abgestimmte gesundheitspolitische Furie.
Ich nehme zumindest die gesundheitlichen Bedenken ernst welche jetzt im Interesse der Profitwirtschaft möglicherweise verharmlost werden sollen.
Meine persönlichen Schlußfolgerungen. Es ist dringend geboten der Güterfernverkehr wieder auf die Schiene zu verlegen. Es sind Eisenbahnwagons zu entwickeln auf welchen auch LKW Trucks über weite Strecken zu ihren Bestimmungsorten transportiert werden können.
Alle Kohlekraftwerke müssen wegen der Feinstaubbelastung geschlossen werden. Feinstaub ist das Trägermittel für Wasserdampf und schweren Regenfällen in weiten Teilen der Welt zu beobachten. In deren Folge gibt es auch extreme Kontinental unterschiedliche Luftfeuchtigkeitswerte welche zu einer extremen hohen Sonneneinstrahlung führen welche nicht nur zu Sonnenbrand beim Menschen führen, sondern Laubblätter der Waldbäume verbrennen lassen und zur Versteppung weiter Teile der Gebiete um den Äquator führen. Das jedoch hat ja mit Corona weniger zu tun, sind aber reale Gefahren mit welchen sich ernsthafte Wissenschaftler beschäftigen sollten.
Auf Seiten der Gesellschaftswissenschaften und des Klassenkampfes ist es dringend geboten neue Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen. Das Höllenfeuer kann auch anders aussehen.

Hannes Stockert am 13.04.2020 10:10 Uhr

Wie die Faktoren des begonnenen Umschlags in eine globale Umweltkatastrophe konkret die Entwicklung der jetzigen Corona-Pandemie hervorrufen, begünstigen und auch beschleunigen, muss dringend untersucht, (wie hier im Forum) aufgedeckt und der Kampf um notwendige Sofortmaßnahmen entwickelt werden.
Generell gilt jetzt schon: In ausnahmslos allen Ländern ist seit längerer Zeit eine gefährliche Überreizung und Schwächung des Immunsystems unter der Weltbevölkerung festzustellen. Verursacht durch zunehmende radioaktive Verstrahlung – auch niedrigdosierter „Alltags“strahlung durch AKW oder Atomunfälle wie Fukushima, die Fülle von Chemikalien in der Umwelt, der übermäßige Einsatz von Medikamenten, die dauerhaft stattfindende chronische Volksvergiftung mit Müllverbrennung, Öl-Pellet-Verbrennung, Gas-Abfackelung, Giftmüll und PCB unter Tage, usw. usf. Auch zunehmende Stressbelastungen in der Bewältigung des immer komplizierter werdenden Lebensalltags oder durch Schicht- und insbesondere Nachtarbeit tragen nicht unwesentlich dazu bei.
Auf dieser Grundlage wächst und beschleunigt sich auch das natürliche Entstehen neuer Krankheiten und Pandemien, ebenso wie Krebserkrankungen und psychische Erkrankungen rasant zunehmen.
Aber auch das ist kein unausweichliches Schicksal. Denn alle diese Faktoren sind Ergebnis der profitorientierten Art und Weise, wie im Kapitalismus produziert und den breiten Massen eine solche Lebensweise aufgezwungen wird. Ein Zufall, dass gerade auch dieser Aspekt in der ganzen Corona-Diskussion in den bürgerlichen Medien ausgeblendet und vermieden wird? Als wenn dies alles nichts damit zu tun hätte und die Menschheit zu SARS-COV2 kam wie die besagte „Jungfrau zum Kinde“!

Ewald am 13.04.2020 08:39 Uhr

Atmosphärischer Feinstaub ist als Transportträger für viele chemische und biologische Verunreinigungen geeignet - insbesondere Viren.Viren - wie auch das Coronavirus - docken sich an atmosphärische Partikel (fest und/oder flüssig) an. Diese bleiben Stunden, Tage oder Wochen in der Atmosphäre. So kann sich ein Virus auch über große Entfernungen verbreiten. Forscher aus Italien sprechen davon, dass Luftverschmutzung eine Art Autobahn für das Coronavirus ist.

Die Feinstaubbelastung weltweit scheint mir der entscheidende Ursache für die weltweite Ausbreitung des Covid19-Virus zu sein.

Man kann diese Pandemie durchaus als Teil des begonnen Umschlags in eine weltweite Umwelt-und Klimakatastrophe sehen. Und diese Katastrophe ist durchaus systemrelevant, weil es durch den Kapitalismus verursacht wird und den objektiven Zerfall dieses Systems beschleunigen wird.

E.

Götz Schubert am 12.04.2020 09:40 Uhr

Ein kurzer Hinweis: Im "Tagesspiegel" ist ein langer Artikel mit dem Titel "Corona-Studie aus Harvard: Hohe Luftverschmutzung führt zu deutlich mehr Covid-19-Toten." (Unter dieser Überschrift im Internet abrufbar) Zu einer Gesamtbewertung dieses Artikels fehlt mir momentan die Zeit. Hier ein Zitat: "Die Forscher kamen zum Ergebnis, '...dass schon ein extrem geringer Anstieg von nur einem Milligramm Feinstaub pro Kubikmeter mit einer 15% höheren Todesrate von Covid-19 zusammenhängt', schreiben sie in der Studie. … Für New York bedeutet das konkret, dass 250 Menschen weniger gestorben wären, wenn die Luft in den letzten 20 Jahren nur ein Milligramm weniger Feinstaubpartikel pro Kubikmeter enthalten hätte." - Was solche Studien wohl für deutsche Großstädte wie Stuttgart, der "Hauptstadt des Feinstaubs" aussagen könnten?
Götz Schubert

Karl-Heinz am 11.04.2020 19:53 Uhr

In der Natur sind Veränderungen in Tier- und Pflanzenwelt zu erkennen. 2 infolge des ausgefallenden Winters in Teilen von Mittel- und Zentraleuropa rufen Veränderungen im Verhalten der Wildtiere hervor. Dies ist insbesondere bei Vögel zu erkennen. Hier beginnt die Parungsbereitschaft deutlich früher als in "normalen" Wintern. Auch bei Pflanzen ist ein früherer Vegetationsbeginn zu beobachten. Insbesondere die frühere Blüte wird zuweilen Opfer von späteren und sehr trockenen Nachtspätfrösten. Durch den früheren Vegatationsbeginn werden durch geringere Lux-Werte in der Helligkeitsdauer die Photosyntese der Pflanzen gestört. Gerade in diesen Jahr verstärkt zu beobachten dass das Blattgrün eher blassgelb ist und somit auch die Sauerstoffproduktion in den Pflanzen gestört ist. Seit einigen Jahre wird medial immer mehr das Verschwinden vieler Nutzinsekten wie der Wild- oder Honigbiene, von Schlupfwespen, Hornissen, Marienkäfer als auch Nashornkäfer beobachtet Selbst die bei Kinder beliebten Maikäfer, ein Wurzelschädling, sind beinah ausgestorben. An der vorpommerschen Ostseeküste ist auch eine zu zeitige Rückkehr der Kraniche und anderer Zugvögel zu beobachten. Da ich selber im Jahre 2012 an einer unbekannten und nicht klar festgestellten Lungenkrankheit erkrankt war, befürchte ich auch hier das auftreten von natürlichen Veränderungen, obwohl auch ich den künstlichen Ursprung aus den biologischen Waffenfabriken nicht ausschließe. Wie bewerten Andere meine Gedanken?