Die Coronakrise und ihre Folgen

Sofort antworten
URLs werden automatisch verlinkt. Grundlegendes HTML ist erlaubt.
Enter the word
 

Helga am 13.06.2020 16:27 Uhr

Inzwischen gibt es sehr viele Diskussionen darüber, was wir jetzt aus der Corona-Pandemie lernen, was bleibt. In den Corona-Zeiten hat man seine Nachbarn näher kennen gelernt. Im Gespräch äußerte einer von ihnen: "Wir sind nochmals gut weg gekommen. Die Maßnahmen waren richtig und wir haben eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Da hat es andere Länder schlimmer getroffen." Das stimmt. Wir diskutieren weiter über die Folgen und wer denn die ganzen Corona-Hilfen für die Grosskonzerne bezahlen wird. Sie haben sogar von der Coronakrise profitiert - im Gegensatz zu den vielen kleinen Unternehmen, Gastbetriebe und Handwerker. Wieso soll z.B. ein VW-Konzern Hilfen - z.B. wird das Kurzarbeitergeld aus unserer Arbeitslosenversicherung bezahlt. Von sonstigen Hilfen mal ganz abgesehen. Sie haben in den letzten Jahren Milliardengewinne bekommen und er zahlt die Aktionäre aus?
Mein Nachbar hat grosses Vertrauen in die Regierung - aber das ist ein Punkt, den ihn wirklich ärgert. "Ja klar - wir sind ein Automobilland - das unterstützt die Regierung. Aber ich bin sowieso für Umstellung von Autoverkehr auf den öffentlichen Nahverkehr. Ich brauche hier für eine Strecke mit dem Auto von 20 Minuten mit Öffentlichen 1,5 Stunden. Das ist doch ein Unding." Da sind wir uns einig - das werden wir beim nächsten Mal noch weiter vertiefen.

Die Moderation am 31.05.2020 08:44 Uhr

Hallo Rene, wie wir im Text auf der Startseite kurz erläutert haben, haben sich in der Diskussion einige Kernfragen heraus geschält, auf die wir die Forumsdiskussion konzentrieren wollten. Der bisherige Strang zu den gesundheitspolitischen Maßnahmen hat sich jetzt aufgelöst in der Diskussion über die wissenschaftliche Erörterung über die Ursache der Pandemie und Therapien sowie die Folgen von Corona. Dazu bist Du natürlich herzlich eingeladen, weiter mit zu diskutieren. Schönen Sonntag!

Rene am 30.05.2020 18:07 Uhr

ok, ich bin raus aus diesem Strang.
Weiß, dass das von mir angesprochene Thema eher in "welche gesundheitspolitischen Maßnahmen sind notwendig" gepasst hätte, aber das ist ja, warum auch immer, vor einiger Zeit geschlossen worden.

Die Moderation am 30.05.2020 16:14 Uhr

Hallo! Ich möchte an das Thema des Forums bzw das Gesprächsstrangs erinnern und darum bitten, sich nicht allzu weit vom eigentlichen Gegenstand zu entfernen. Ansonsten schöne diskussionsfreudige Pfingsten!

Gerolf Brettschneider am 30.05.2020 13:54 Uhr

Rene, daran "schlimm, einen anderen Aspekt anzusprechen" finde ich das Aneinandervorbeireden ohne Rücksicht auf Bedeutungsunterschiede. Nun die gestörte Befindlichkeit, kein Blut spenden zu dürfen, wenn man denn helfen wollte. Davor die konkrete Existenzangst, wenn durch die Teuerung am 20. des Monats kein Geld mehr für lebensnotwendigen Konsum da ist. Peter ging es eingangs doch darum: "durch die Pandemie sind wesentliche Voraussetzungen der gesellschaftlichen Produktion überhaupt infrage gestellt".

Rene am 29.05.2020 11:30 Uhr

@ Gerolf Brettschneider
"Zusammenhang mit den zuvor angesprochenen Existenzsorgen der Grundsicherungsbeziehenden" gibt es tatsächlich nicht, aber ist es schlimm, einen anderen Aspekt anzusprechen?

Ja, laut Bundesgesundheitsministerium sei die Versorgung mit Blutkonserven gesichtert. Aber glauben wir jetzt alles, was von dem Ministerium kommt? Wie passt die Aussage von Spahn z.B. damit zusammen, dass seitens des DRK und anderer Organisationen immer wieder auf Knappheit von Konserven aufmerksam gemacht wird?

Und ich denke, es gibt sehr wohl einen Zusammenhang auch mit der Corona-Pandemie, bzw. deren Folgen. Blutkonserven werden gebraucht, weltweit. Und wenn es denn in Deutschland tatsächlich genug gibt, wie sieht es in Italien mit der riesigen Zahl der mit Corona Infizierten aus? Dürfte ja wohl auf der Hand liegen, dass das Blut eines damit Infizierten nicht für eine Spende geeignet ist.
Und da dürfte es doch sinnvoll sein, dass ein Staat den anderen unterstützt. Auch mit Blutkonserven. Nur passt das nicht in die kapitalistische Ausrichtung des Gesundheitswesens unserer Tage.
Da spreche ich noch nicht mal die Eventualität von seltenen Blutgruppen an.
Deshalb ist es nicht zu akzeptieren, dass die von mir genannte Gruppe nicht spenden darf. Einmal wegen Diskriminierung der Gruppe gegenüber, aber auch, weil dadurch für Patienten notwendige Konserven fehlen könnten.

Gerolf Brettschneider am 28.05.2020 22:07 Uhr

Rene, es ist zweifellos kränkend und erniedrigend, aufgrund der bloßen Zugehörigkeit zu einer mehr oder weniger willkürlich bestimmten Risikogruppe kein Blut spenden zu dürfen. Ich sehe aber keine Dringlichkeit dieser Frage in Zeiten der Corona-Pandemie, wenn die Versorgung mit Blutkonserven laut Bundesgesundheitsminister gesichert ist, und keinen Zusammenhang mit den zuvor angesprochenen Existenzsorgen der Grundsicherungsbeziehenden.

Rene am 27.05.2020 21:02 Uhr

In Deutschland gibt es ein Blutspendeverbot für homosexuelle Männer. Das will Minister Spahn auch in der Corona Pandemie nicht aufheben (siehe LINK)

Eine Petition dagegen, auf den Weg gebracht vor paar Monaten, übrigens von der FDP, hatte leider keinen Erfolg.

Der Grund ist an den Haaren herbeigezogen. Es solle eine Infektion mit HIV vermieden werden.
Als ob nicht sowieso jede Blutspende auf sowas überprüft werden würde.

Zitat: "Dabei müsse allerdings "jeder Anschein einer Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität ausgeschlossen werden", schrieb der Minister" --- Doch, Herr Spahn, das ist Diskriminierung. Was sonst.

Zitat: "Homosexuelle Männer dürfen in Deutschland nur dann Blut spenden, wenn sie zwölf Monate lang keinen Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann gehabt haben." --- Aha, aber wenn ein heterosexueller Mann übertrieben gesagt jeden Tag mit einer andere Frau Geschlechtsverkehr haben sollte und evtl im Bordell ein und aus geht, und hinterher mal eben Blut spenden geht, ist wohl kein Risiko einer sexuell übertagbaren Krankheit vorhanden?

Ich bin nicht homosexuell, aber diese Diskriminierung, die angeblich keine ist, find ich unglaublich. Mittelalter lässt grüßen.

Wie steht eigentlich RF und MLPD zu dieser Sache? Oder hier mitdiskutierende Mediziner?

https://de.yahoo.com/nachrichten/spahn-will-blutspende-verbot-f%C3%BCr-homosexuelle-m%C3%A4nner-lockern-151908482--finance.html

Gerolf Brettschneider am 24.05.2020 20:58 Uhr

(2/2) Und wie kann diese Unterstützung sichtbar gemacht werden, auf der Straße, auf der Montagsdemo? Wie ein Aerosol in der Luft liegt der Gedanke, den Mundschutz zu beschriften, damit man sich auf einer Kundgebung nicht mehr sprachlos oder gar mundtot fühlen muss: Der Rechtsdemonstrant bekommt seine Deutschlandmaske als Fußball-Fanartikel, der Friedensbewegte trägt eine professionell gefertigte Statementmaske "Gesundheit statt Rüstung!" aus dem Frieko-Webshop. Ja, so geht das! Mein Vorschlag: "+100€" groß und fett auf die Maske malen, dazu vielleicht in kleiner Schrift "Das Leben wird teurer" (oben) und "Der Regelsatz muss rauf!" (unten):
http://www.bremer-montagsdemo.de/712/plus100euro.png
http://www.bremer-montagsdemo.de/712/reden712.htm#712-R
https://www.friedenskooperative.de/shop/mund-und-nasenschutz-gesundheit-statt-ruestung

Wenn die Menschen allerdings ihr Demo-Material selber machen müssen, schöpfen sie manchmal im Trüben und zeigen sich als Wutbürger; eine Kampagne wird nicht daraus. Der Stopp der Bundesratsinitiative der Länder Berlin, Bremen und Thüringen zeigt aber, dass die Forderung "100 Euro mehr sofort" auf die Straße gehört. Der "Paritätische Wohlfahrtsverband" als Initiator sollte mit einem kleinen Batzen Geld für geeignetes Kampagnenmaterial in Vorleistung gehen, hat wohl jedoch keine Erfahrung darin, Menschen heraus auf die Straße zu rufen. Wie kann die Partei helfen?
https://www.hartziv.org/news/20200518-unsozial-bundesrat-sitzt-corona-zuschlag-auf-hartz-iv-aus.html
https://www.rf-news.de/2020/kw20/fuer-wirksamen-gesundheitsschutz-kampf-dem-krisen-chaos-von-monopolen-und-regierung

Gerolf Brettschneider am 24.05.2020 20:56 Uhr

(1/2) Susanne vom Team der "Roten Fahne" antwortet mir auf eine Zuschrift zum aktualisierten Sofortprogramm der MLPD zur Corona-Krise wie folgt: "Das ZK findet die Sofortforderung für 100 Euro monatlich für Menschen, die auf existenzsichernde Sozialleistungen angewiesen sind, richtig. Das wurde zunächst vernachlässigt. Sie ist aber wiederum zu speziell für das Sofortprogramm. Die Diskussion darüber ist aber sehr wichtig und wir bitten dich, deinen Beitrag ins Diskussionsforum 'Coronakrise=Kapitalismuskrise!' einzubringen."

Ich hatte kritisiert: "Zum Gesundbleiben gehört ja nicht nur die Corona-Schutzmaske. Dazu gehört tägliche Bewegung, dafür brauche ich halbjährlich neue Laufschuhe. Dazu gehört gesunde Ernährung, aber frisches Obst und Gemüse sind enorm teurer geworden, und man bekommt nicht einmal mehr welke Ware bei der 'Tafel'. Ich brauche mehr Geld! Dann kann ich mir auch Einweg-Mundschutz kaufen. Der ist im Hartz-IV-Regelsatz nicht drin. Deshalb vermisse ich hier die Sofortforderung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, 'allen Menschen, die auf existenzsichernde Sozialleistungen angewiesen sind, einen pauschalen Mehrbedarf von 100 Euro monatlich unbürokratisch zukommen zu lassen'.
http://www.der-paritaetische.de/fachinfo/aufruf-100-euro-mehr-sofort-solidarisch-fuer-sozialen-zusammenhalt-und-gegen-die-krise/
Die 100-Euro-Forderung ist nicht irgendeine. Es steckt bereits erfolgreiche Bündnisbildung dahinter, auch die Bundesweite Montagsdemo hat sich angeschlossen:
http://bundesweite-montagsdemo.de/?p=4514
Doch wird vor Ort nicht eine Unterstützung dieser Forderung unterbleiben, wenn sie nicht durch das Sofortprogramm der Partei gedeckt ist?"

Wolfgang am 24.05.2020 00:17 Uhr

Die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise, verknüpft mit der Coronapandemie hat schon einige wichtige Veränderungen in der Arbeiterklasse und den verschiedenen kleinbürgerlichen Schichten in Gang gesetzt.
Die Lösung von Aufgaben mittels des Internet, oft in der Form des Homeoffice, wurde kurzfristig deutlich ausgeweitet.
Das reicht von techniknahen Wartungsarbeiten, über Bildungsprogramme bis hin eben zur Unterstützung von Physiotherapie oder beispielsweise Bühnenkunst, also Feldern , wo Körperlichkeit in Vordergrund steht und Internet bisher allenfalls informative Aufgaben hatte.
Die Werktätigen, die sich da nicht immer ganz freiwillig qualifiziert haben, werden den Arbeitsstil oft nicht aufgeben,wenn die akute Phase der Weltwirtschaftskrise oder der Coronapandemie vorbei sind – sie sind dann viel mehr als es bisher der Fall war mit den modernsten Produktionsmitteln verbunden und nähern sich dadurch objektiv dem Kern der Arbeiterklasse an.
Die sogenannten Internetriesen generieren gegenwärtig dadurch einen Extraprofit, fordern daher auch wohl weniger drastisch als beispielsweise Automobil- oder Mineralölkonzerne eine Abwälzung der Krisenlasten auf die breiten Massen mittels staatlichen Unterstützung usw. …
Das ist die Situation des Klassengegners.
In der Folge bedeutet diese Entwicklung aber auch, das die Arbeit im und mit dem Internet deutlich an politischen Bedeutung gewinnt.
Dort erreicht man mehr als bisher fortschrittliche Kollegen – und die Möglichkeiten der Organisation über Internet sind noch längs nicht ausgeschöpft.

Peter Borgwardt am 22.05.2020 16:44 Uhr

Raus aus Corona – Rein ins Reich der Illusionen?
(1) Gregor Gysi (neuer außenpolitischer Sprecher der Linkspartei) wurde gefragt, wie es nach der Corona-Pandemie weitergehen soll. Er sagte, alle Corona-Gesetze müssten zunächst rückgängig gemacht werden, um dann zu überlegen und neu zu entscheiden, was sinnvoll war und was nicht. Weiter heißt es in seiner Antwort:
„Ich glaube, jetzt hat doch eine Mehrheit begriffen, dass ein Krankenhaus in erster Linie für Gesundheit zu sorgen hat und nicht in erster Linie profitabel sein muss. Die gesamte öffentliche Daseinsvorsorge – Gesundheit, Bildung, Wasser- und Energieversorgung, auch Teile von Kunst und Kultur – rechnet sich nie.“
„Ist es nicht auch im Sinne der Linken, wenn der Staat sich nun an großen Konzernen beteiligt, wie es in der Krise möglich wurde?“, war dann schon die nächste Frage. „Entscheidend ist“ – lautete diesmal die Antwort: „Wenn wir einem großen Unternehmen helfen, dann immer unter der Bedingung, dass wir am Gewinn beteiligt werden. Der frühere EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, bekanntlich kein Linker, hat mir mal gesagt: "Ich verstehe Ihre Regierung nicht. Immer wenn ich den Banken als Ministerpräsident von Luxemburg geholfen habe, war mein Land jahrelang am Gewinn beteiligt." Aber Union und SPD denken, dass wäre Staatssozialismus. Die Commerzbank etwa hat sehr viel Geld in der Finanzkrise vom Bund bekommen – und dann auch noch Wege zur Steuervermeidung gesucht und gefunden! Das ist der Gipfel der Frechheit und darf nicht mehr passieren.“ (siehe ZEIT Online, 17.05.2020)

Peter Borgwardt am 22.05.2020 16:41 Uhr

(2) Ich fasse zusammen: Ein Krankenhaus soll für Gesundheit, ein Wasserwerk für Wasser, ein Energieunternehmen für Strom sorgen – nicht aber für Kapitalvermehrung. Und wenn schon Akkumulation des Kapitals, wie bei großen Konzernen offenbar unvermeidlich, dann nur mit Gewinnbeteiligung. Mit anderen Worten: Kapitalismus ja, aber bitte nicht nach den Gesetzen der Politischen Ökonomie. Viel besser wäre doch: Gebrauchswerteorientierung im Diensleistungssektor und Vergesellschaftung der Profite in der Industrie. Und überhaupt: Kapitalismus könnte ja so schön sein, wenn er keiner wäre! Stattdessen lieber menschlich, solidarisch, fair, nachhaltig et cetera. Warum denn nicht?! Zwei Fragen nur scheinen mir offen geblieben: Warum erstens soll das erst nach Corona so kommen – und warum zweitens einen Kapitalismus erhalten, der doch von selbst niemals in sein Gegenteil umschlägt? Außer durch Sturz und Einführung des Sozialismus! Das wäre unrealistisch! – höre ich im Chor die Gegenstimmen. Okay, wenn ihr meint, ist ja schon gut, hab‘ mich vielleicht geirrt. Dann bin ich halt jetzt auch für einen Kapitalismus im Interesse aller! Man will ja kein Spielverderber sein – und unrealistisch schon gar nicht. Oder?

Rudi Neumaier am 18.05.2020 09:50 Uhr

Das Schweizer Online-Magazin "Republik" hat in einem Artikel den Stand des Wissens und Nichtwissens zu Sars-CoV-2 zusammengefasst.
Wissensstand ist der 15. Mai. Einige wenige Punkte (4, 8 + 9) nutzen nur Schweizer Daten, andere (z.B. 11, 15+16) sind leider nicht vollständig recherchiert.
Urteil: lang, aber trotzdem lesenswert!

https://www.republik.ch/2020/05/18/was-wissen-wir-eigentlich-unterdessen-ueber-das-corornavirus

1. Was passiert in meinem Körper, falls mich Sars-CoV-2 erwischt?
     1a. Was passiert, wenn die Infektion einen schweren Verlauf nimmt?

2. Warum trifft es manche Patienten so viel stärker als andere?
     2a. Hat das Geschlecht einen Einfluss auf den Verlauf?

3. Welche Langzeitschäden kann Covid-19 verursachen?

4. Wer hatte Covid-19 in der Schweiz schon? Wen trifft es besonders hart?

5. Und was ist jetzt mit den Kindern – spielen sie eine Rolle?

6. Wie steht es um die Sterberate, oder: Ist Covid-19 wirklich schlimmer als eine Grippe?

7. Wären die meisten dieser Personen nicht so oder so bald gestorben – wenn nicht an                 Covid-19, dann an etwas anderem?

8. Wie stark ist die berüchtigte Kurve in der Schweiz abgeflacht?

9. Okay, die Kurve ist abgeflacht. Wie schwer hat es die Spitäler nun getroffen?

10. Wie geht es jetzt weiter – kommt mit den Lockerungen eine zweite Welle?

11. Soll ich mir eine Maske kaufen oder basteln?

12. Gibt es ein Medikament, das gegen Covid-19 hilft?

13. Ich hatte Covid-19 und bin wieder gesund. Bin ich jetzt immun?

14. Warum sind wir nicht längst mit Antikörpertests und Immunitätsnachweisen versorgt?

15. Wann wird es einen Impfstoff geben?

16. Zum Schluss zurück zum Start: Weiss man inzwischen, woher das Virus stammt?

Helmut am 15.05.2020 11:30 Uhr

Ich möchte an Peter und Renate anknüpfen "...und sich über grundlegende Veränderungen und gesellschaftliche Alternativen der Gesellschaft Gedanken zu machen..."
Es wird immer wieder richtig betont,dass der Kapitalismus durch den Sozialismus ersetzt werden muss. Aber wie wird diese Alternative in diesem Jahrhundert praktisch aussehen? Es gibt dazu in der einen und anderen Veröffentlichung hierzu schon einige Aussagen, die jedoch mal vertiefend zusammengefasst und als Broschüre herausgegeben werden sollte. Das wäre doch ein gutes Hilfsmittel für den Kampf um den Sozialismus und gegen den Antikommunismus generell.
Die Menschen brauchen eine konkrete Vorstellung von dem was da kommen soll! Sie haben Fragen über Fragen und suchen nach Antworten!
- wie werden die Bündnisse der Arbeiter und ihrer Avantgarde mit nicht-revolutionären Bewegungen und Parteien hergestellt, wird es eine volksdemokratische Übergangszeit bis zur Diktatur des Proletariats geben
- wie stehts mit Meinungs- u. Pressefreiheit auf antifaschistisch/antikapitalistischer Grundlage
- wie wird die Arbeiterkontrolle organisiert (Kontrollkommissionen, kleine und große Kulturrevolutionen, Abwählbarkeit von Funktionären etc)
...und und und
Zum letzten Punkt empfehle ich den Dokumentarfilm von J.Ivens "Die Generatorenfabrik Shanghai", der im letzten Jahr der Großen Proletarischen Kulturrevolution entstand.
Dieser Film (in deutsch, engl., franz. & niederländisch) aus der vielteiligen Reihe "Wie Yügung Berge versetzt" ist ein einmaliges Dokument mit vielen erstaunlichen Aspekten über das Fabrikleben im Sozialismus. (auszuleihen für Vereinsmitglieder beim Willi-Dickhut-Museum)

Renate am 11.05.2020 19:58 Uhr


Renate 11.04.2020

Corona-Pandemie und/oder Corona-Krise?


In den bürgerlichen Medien ist sehr oft die Rede von der Corona-Krise, aber auch im Rote-Fahne Magazin liest man diesen Begriff immer wieder.

Wir finden die Bezeichnung nicht korrekt, im wissenschaftlichen wie im politischen Sinn. Corona ist eine Pandemie, keine Krise.
Warum und wann äußert sich die Corona-Pandemie als Krise?

Die Corona-Pandemie trifft auf den Kapitalismus mit seinen Krisenerscheinungen und all die sozialen Missstände, die wir auch vorher schon kannten und verschärft sie (profitorientiertes Gesundheitssystem und Altenpflege, mangelhaftes Erziehung- und Bildungswesen, Krise der bürgerlichen Familienordnung, Arbeitsplatzvernichtung, Lehrstellenabbau, steigende Armut, Vernichtung von Kleinbauern und kleinen Unternehmen, drohende Umweltkatastrophe...).

Der Begriff Corona-Krise suggeriert, die Corona-Pandemie sei ursächlich verantwortlich dafür; dabei ist es doch das auf maximalen Profit orientierte kapitalistische Gesellschaftssystem.

Im echten Sozialismus würde eine solche Pandemie nicht zu einer Krise führen.(Dazu wurde bereits viele Beispiel in der Rubrik „Wie würde man im Sozialismus damit umgehen?)

Man sollte jetzt die Zeit nutzen, dazu Forderungen zu stellen und sich über grundlegende Veränderungen und gesellschaftliche Alternativen der Gesellschaft Gedanken zu machen, sich dafür zu engagieren, sich zu bilden und sich zu organisieren und sich gegen den modernen Antikommunismus stellen, der versucht, genau dies zu verhindern.

Peter Borgwardt am 03.05.2020 18:20 Uhr

(2. Teil) ... In der jetzigen konkreten Situation ist für das Kapital nun in erster Linie die „Reichtumsquelle Arbeiter“ nicht mehr in dem Maße einsetzbar, wie es die Profit- und Wertgesetze zu seiner steten Vermehrung (Akkumulation) verlangen. Damit steht die Frage für die Kapitalbesitzer und an ihrer Spitze die allein herrschenden Übermonopole ökonomisch, politisch und ideologisch so: Wie kommen wir so schnell wie möglich zurück zu – in ihrem Sinne – leistungsfähigen kapitalistischen Produktionsverhältnissen, ohne dass das bestehende Machtsystem erschüttert wird? Für den überwiegenden Teil der „sonstigen“ Menschheit dagegen sollte sich sich die Frage etwas anders stellen, am besten gesellschaftsverändernd: Wie kommen wir künftig zu einer gesellschaftlichen Produktion, über deren Ergebnisse wir sowohl gemeinschaftlich verfügen werden als auch deren Abläufe bestimmen – einschließlich des Erhalts und der Verbesserung der menschlichen Gesundheit und der natürlichen Umwelt? In Kurzform: Sozialismus!

Peter Borgwardt am 03.05.2020 18:19 Uhr

Die Pandemie verschärft nicht nur bereits bestehende Krisen, wie die Weltwirtschafts- und Finanzkrise und diverse Strukturkrisen, wie v.a. die auf Basis von Digitalisierung und E-Mobilität. Die Pandemie wirkt selbst auf grundlegende Prozesse der ökonomischen Basis, insbesondere durch die akute Gefährdung bzw. den Ausfall der menschlichen Produktivkraft. Das berührt die Substanz, d.h. den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft. Stecken sich immer mehr Arbeitskräfte an oder müssen sich vorsorglich von der Arbeit fernhalten oder diese gesundheitsbedingt umorganisienen, um nicht infiziert zu werden, wird der Prozess der Mehrwertproduktion unterbrochen bzw. in seiner fortlaufenden Maximierung bedroht. Durch eine Funktionsstörung von solchen Ausmaßen kann sich das Wirtschaftsleben generell (d.h. auch in nichtproduktiven Bereichen) nur noch eingeschränkt entwickeln. Wir haben deshalb nicht nur eine Gesundheitskrise plus (bereits vor dem Virus eingesetzte) Wirtschaftskrisen, sondern durch die Pandemie sind wesentliche Voraussetzungen der gesellschaftlichen Produktion überhaupt infrage gestellt. Schon unter „normalen“ Bedingungen untergräbt die kapitalistische Produktion (inklusive ihrer zyklischen und chronischen Krisen) die „Springquellen allen Reichtums, die Erde und den Arbeiter“. (Das Kapital, Band 1, MEW Bd. 23, S.530). ... wird fortgesetzt

Die Moderation am 03.05.2020 15:01 Uhr

Die Coronakrise und ihre Folgen