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Comment Re: Fragen von Azubis, Schülern und Studenten und ihre Jugendbewegung
„Irgendeinen Job werde ich schon finden...“<br /> Angesichts fehlender oder ihnen versperrter guter Ausbildungsstellen „trösten“ sich so nicht wenige Jugendliche. Gerade jetzt in Corona-Zeiten und in der „Azubi-Krise“. Das ist ein gefährlicher Trost! Die Berufsausbildung ist eine Weichenstellung für das ganze Leben. Sie bestimmt maßgeblich über Zufriedenheit im Beruf, über Verdienst, über Freundschaft mit Arbeitskollegen...<br /> Inzwischen werden in der reichen BRD 2,1 Millionen junger Leute zwischen 15- 25 Jahren ganz ohne Berufsabschluss gelassen. Pro Jahrgang sind es mehr als 120.000! Vor allem diese Jugendlichen landen bei den Leiharbeitsfirmen und im Niedriglohnsektor. 2018 waren aus der Gruppe ohne Berufsabschluss 17,4% arbeitslos. Mit Berufsabschluss waren „nur“ 3,4% offiziell arbeitslos.<br /> Kein Jugendlicher darf sich ohne Berufsabschluss oder mit einer Schmalspurausbildung abspeisen lassen. Vor allem an die Großbetriebe mit ihrer allseitigeren Berufsausbildung muss die Forderung gestellt werden, dass sie eine Ausbildungsquote von mindestens 10% ihrer Beschäftigten einhalten. Die Konzerne lassen sich gerade mit Millionen Euro „Corona-Hilfe“ füttern. Gleichzeitig bietet das Daimler Werk in Sindelfingen bei 25.000 Beschäftigten gerade einmal 850 Lehrstellen. Also eine Ausbildungsquote von 3,4%!<br /> Jung und Alt müssen gemeinsam offensiv für viel mehr gute Ausbildungsstellen und die feste Übernahme aller Azubis nach der Ausbildung eintreten, vor allem bei den Großbetrieben und erst recht in Krisenzeiten.<br />
Comment Re: Gib Antikommunismus keine Chance
Hallo Rene,<br /> sachliche oder unsachliche Auseinandersetzungen sind meist nicht politisch. Auch wenn es immer wieder heißt "alles ist politisch". Das ist meine Meinung. Ob ich nun meine Wohnung mit roter Tapete oder brauner Tapete ziere ist sicherlich nicht davon abhängig, ob ich Faschist oder Kommunist bin. Also ist das auch keine Frage des Antikommunismus.<br /> Wenn die einen sich über Kinder ärgern, weil die mal laut sind, dann ist das nichts anderes als wenn andere sich über die Erwachsenen ärgern weil die immer so wichtig sein wollen. Auch diese Auseinandersetzung hat keine kommunistische oder antikommunistische Auffassung. Allerdings können Kommunisten und auch Antikommunisten in diesen Auseinandersetzungen das Wort ergreifen, was sicherlich auch wahrnehmbar wäre, in der Art und Weise wie die Auseinandersetzung und mit welchen Argumenten sie geführt wird.<br /> Ich habe einen interessanten Beitrag zum Thema Antikommunismus gefunden:<br /> Antikommunismus von Bernd Faulenbach:<br /> Mit der Ausbreitung des Kommunismus, mit der Diffusion von Ideologien und Bewegungen waren Abstoßungseffekte, d.h. die Entstehung von Gegenideologien und Gegenbewegungen verbunden. Der Beitrag von Bernd Faulenbach behandelt „Antikommunismus” als historische Kategorie. Er thematisiert zunächst seine Entstehung seit 1917, dann werden die Epochen des Antikommunismus dargestellt bis hin zur Auseinandersetzung mit dem Kommunismus seit der Epochenwende 1989-91. Abschließend erörtert er den Forschungsstand und offene Fragen.<br /> https://docupedia.de/zg/Faulenbach_antikommunismus_v1_de_2017<br /> Übrigens wird gerade auf der Seite:<br /> https://rotermorgen.eu/ist-die-mlpd-eine-kommunistische-partei_1/<br /> die Frage diskutiert, ob die MLPD eine kommunistische Partei ist. Dort kommen auch antikommunistische Positionen vor.
Comment Re: Frauen und Familie
Hallo, ich möchte auf Christines Gedanken, wie Frauen lernen können, sich zu wehren, eingehen. Tatsächlich ist es ein erster wichtiger Schritt, Frauen davon zu überzeugen, sich zu organisieren. Eine Courage-Freundin erzählte mir folgendes: "meiner Nachbarin erzähle ich immer wieder vom Frauenverband Courage. Dann sagt sie regelmäßig, das mit Politik, das ist nichts für mich. Jetzt habe ich ihr erzählt, dass wir ein kleines Sommerprogramm für Kinder anbieten um die Mütter in den Ferien zu entlasten. Plötzlich war sie interessiert. Hat sich die Homepage von Courage angeschaut und mich angerufen: "Hör mal, warum hast du mir das nicht gesagt, alles was da steht, das bin ich! Ich will bei euch mitmachen. Und beim Ferienprogramm bin ich auch dabei". Wir wollen mit unserem Sommerprogramm viele neue Frauen für Courage interessieren und gewinnen. Denn eins ist sicher, die sich entwickelnde gesellschaftliche Situation erfordert, dass wir uns zusammen schliessen, bilden, helfen und kämpfen - die vier Säulen von Courage.
Comment Re: Frauen und Familie
Auch ohne Corona ist eine Verkleinerung der Klassen und Reduzierung des Betreuungsschlüssel in Kindergarten und Kitas notwendig (aktuell liegt der Betreuungsschlüssel für Kindergartenkinder bei 12,5 pro Erzieher*in in Baden-Württemberg. Dieser kann jetzt bis Ende des Kindergartenjahres 2020/2021 lt. Verordnung der Landesregierung um 20% überschritten werden). Das ist nicht nur gegenüber den Kindern unverantwortlich, auch für die Erzieher*innen nimmt die Arbeitsbelastung und Gesundheitsgefährdung zu. In einem Beitrag hier im Forum wird richtig gefordert, dass die Forderung nach regelmäßigen Tests zum Thema in Elternbeiräten, im Kollegium, unter Freunden usw. gemacht werden muss und der gemeinsame Kampf von Eltern, Kinder, Jugendlichen und Erzieher*innen und Lehrer*innen organisiert werden muss. Dazu sind die Montagsdemos der richtige Anlaufspunkt zum öffentlichen Austausch und Protest.
Comment Re: Frauen und Familie
Gestern wurde die sogenannte Heidelbergerstudie, die von der Landesregierung Baden-Württemberg in Auftrag gegeben wurde, veröffentlicht. Die Studie basiert auf Tests von 2500 Kindern plus einem Elternteil. Sie soll herausgefunden haben, dass Kinder weniger ansteckend sind als Eltern. Damit begründet jetzt die Landesregierung die Aufnahme des Regelbetriebs von Schulen und Kitas unter Pantemiebedingungen bis Ende Juni. Liest man sich die Verordnung durch, ist darin kaum noch etwas von Gesundheitsschutzmaßnahmen geschweige denn von regelmäßigen und massenhaften Tests von Lehrer*innen, Erzieher*innen und Schüler*innen oder Verkleinerungen der Klassen und Kita-Gruppen, zu lesen. <br /> Der Virologe Christian Drosten bezieht sich in seinem aktuellen Podcast auf eine kürzlich veröffentlichte schwedische Studie. Er sagt „ Weil die Regierung in Schweden weitestgehend auf Schulschließung verzichtete, sei das Ergebnis der skandinavischen Corona-Studie „viel besser als alles, was wir bisher aus anderen Ländern haben“, erklärt Drosten. Die Seroprävalenz von Kindern (0-19 Jahren) liege mit 7,5 Prozent sogar ein Prozent höher als bei der erwachsenen Alterskohorte (20-64 Jahre).“ Er plädiert auf eine regelmäßige massenhaften Testung und dem Einsatz einer Corona-App als wirksamste Methode um eine zweite Welle zu verhindern. Die Corona-App wie sie gestern veröffentlicht wurde, ist auf dem jetzigen Entwicklungstand wohl nicht sehr sinnvoll, die massenhaften Test dafür schon. Ich bin Mutter von zwei kleinen Jungs (4 und 6 Jahre). Ich würde lügen wenn ich sagen würde, ich wäre nicht froh wenn die Jungs nach 3 Monaten endlich wieder in die Kita dürften. Aber unter diesen Voraussetzungen werde ich sie mit einem unguten Gefühl in die Kita schicken .. <br />
Comment Re: Fragen von Azubis, Schülern und Studenten und ihre Jugendbewegung
Hallo Rene,<br /> ich finde Deinen Anspruch richtig, im Gesamtzusammenhang zu diskutieren. Du schneidest ja kurz die Situation der Azubis in Kleinbetrieben an. Das gehört eindeutig zu „Fragen von Azubis…“: Über 71 % aller Azubis werden immerhin von kleinen Betrieben ausgebildet (2017, BfA).<br /> Jetzt ist natürlich die Frage, was tun, wenn ein kleiner Betrieb pleite geht und er Azubis hat? Ich finde, das Wichtigste ist, an der Ausbildung und unbefristeten Übernahme aller Azubis entsprechend ihrer Ausbildung festzuhalten. Dazu gehört dann auch, dass Azubis bei Insolvenz „ihres“ Betriebs von anderen Betrieben ausgebildet und übernommen werden müssen! Die Einführung der 30h – Woche bei vollem Lohnausgleich würde darüber hinaus Millionen neue Arbeitsplätze schaffen.<br /> Die Bundesregierung hat in ihrem „Zukunftsprogramm“ Prämien für Klein- und Mittelbetriebe, die weiter ausbilden oder andere übernehmen, zugesagt. Das ist doch ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber die Großbetriebe, die Milliarden Umsatz machen, haben 90.000 Ausbildungsplätze in den letzten 10 Jahren gestrichen. Das hätte auch eine Prämie verdient: für die größte Frechheit. Die MLPD und der REBELL fordern seit Jahren richtig: 10 % Ausbildungsquote in der Großindustrie. Meine eigene Erfahrung ist: Wer um die Übernahme kämpfen will, muss wissen wer der Gegner ist. Das sind in erster Linie die Konzernspitzen. Azubis dürfen sich nicht spalten lassen in „Klein-“ oder „Großbetrieb“. Deshalb rate ich Deinen Azubis: Im Gesamten denken, was auch Dein Grundgedanke war und organisiert kämpfen. Sich auch im Kleinbetrieb gewerkschaftlich organisieren. Oder weitergehend, gemeinsam mit anderen Azubis, Arbeitern, Schülern, Studenten und dem Know-how der MLPD im REBELL.
Comment Re: Internationale Lage und Flüchtlingspolitik
Es ist beunruhigend und zugleich war es irgendwie nicht überraschend, dass es einen neuen Ausbruch der Corona-Infektionen - wie rf-news am 15.6. berichtet* - gibt. Auch in andern Ländern, auch in Deutschland, besteht die Gefahr aus diversen Gründen beständig. Deswegen finde ich das Sofortprogramm der MLPD, soweit ich es kenne, gut. <br /> <br /> Ich begrüße, dass es verstärkt zu Demonstrationen kommt, gegen Rassismus, auch zu anderen wichtigen Themen und dass das, wie ich unlängst in einem anderen Strang hier im Forum schrieb, insbesondere durch junge Menschen geprägt ist. Ich selber habe mich kürzlich bei der sehr großen Demonstration zu "black lifes matter" in meiner Stadt schweren Herzens entschieden, nicht teilzunehmen, aus dem Grund, weil es die notwendigen Sicherheitsabstände nicht gab und ich gesundheitlich vorgeschädigt bin. <br /> <br /> Ich bin auch nicht der Meinung, dass alle "Leute jetzt vor allem an Urlaub, Türkei, billig denken", wie es Susanne Bader aus meinen Zeilen herausgelesen hat. Denn wie gesagt, wir sehen es ja überall, dass der berechtigte Protest und Widerstand wächst. Es gibt aber eben beide Seiten, und auch die negative muss benannt werden und dass es auch solche Leute gibt. <br /> Mit denen und ihren Standpunkten wir uns auch auseinandersetzen müssen. Das ist manchmal schwerer, als mit bereits kampfbereiten Leuten aus der Arbeiter-, der Jugend-, der internationalen Bewegung zu diskutieren und zusammenzuarbeiten. (Das "schwerer" in Bezug auf die letztgenannten Bereiche ist nicht negativ aufzufassen; wenn ich hier das Wort "schwer" gebrauche, meine ich das positiv, bzgl. dessen, dass man da beständig um Vereinheitlichung der Standpunkte und eventuelle Kompromisse ringen muss)<br /> <br /> * https://www.rf-news.de/2020/kw25/gesundheitliche-schutzmassnahmen-notwendiger-denn-je
Comment Re: Internationale Lage und Flüchtlingspolitik
Ich bin etwas erstaunt, dass dieses Forum zur internationalen Lage und Flüchtlingspolitik so wenig Nutzer hat. Dabei ist die internationale Lage äusserst brisant und in Bewegung. Ich bin nicht Rene´s Meinung, dass die Leute jetzt vor allem an Urlaub, Türkei, billig denken. Nehmen wir den von Sanne angesprochenen Protest in den USA - was sich hier nach der Ermordung von Georg Floyd Bahn bricht, ist doch eine lang aufgestaute Wut über die Politik Trumps. Und der Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt schwappt über nach Europa, insbesondere unter Jugendlichen. In den Industriezentren der Welt besteht für die Arbeiterinnen und Arbeiter nach wie große Gefahr der Ansteckung. Dagegen wächst Wut und entstehen Streiks. In vielen Ländern leben insbesondere Frauen vom informellen Sektor. Durch die Ausgangssperren droht ihnen und den Familien der Hungertod. Weltweit ist die häusliche Gewalt sprunghaft angestiegen. In Deutschland erleben Frauen, dass die Vereinbarung von Beruf und Familie eine Lüge ist. In Zeiten der Kita- und Schulschließung sind es die Mütter, die aufgrund ihres geringeren Einkommens, die Betreuung übernehmen. Die Flüchtlingslager sind Hotspots. Kurzum, die Weltwirtschaftskrise, eine internationale Finanzkrise in Wechselwirkung mit der Coronakrise wirbelt weltweit das Leben von Millionen Menschen durcheinander. Und in diesem Wirbel gibt es vielfältigen Widerstand. Alles was gerade geschieht, muss von den Menschen verarbeitet werden. Dabei müssen wir helfen.
Comment Re: Internationale Lage und Flüchtlingspolitik
Sanne @ Rene, ich kann dem, was du schreibst, aus vollem Herzen zustimmen, ich begrüße solche Beiträge. Auch ich war noch nie in der Türkei wegen der Kurdenpolitik Erdogans. Es freut mich, dass in den USA die Proteste weitergehen.
Comment Re: Auswirkungen auf die soziale Lage
Hallo Rene,<br /> du kristisierst den Artikel in rf-news vom 28.5. "Für viele ist dieses Jahr kein Urlaub drin!" und schreibst: "Nein, die Frage, ob Urlaub drin ist, sollte doch wohl hinter der Forderung nach gleichen Lebensbedingungen in Ost und West, höheren Löhnen, deutliche Anhebung des Mindestlohns (CDU-Leute forderten neulich die Absenkung desselben), Gesetzesstatus für Tarifvereinbarungen zurückstehen ..." Die Korrespondenz arbeitet im ersten Abschnitt genau heraus, dass aufgrund der Abwälzung der Krisenlasten viele Kolleginnen und Kollegen entlassen wurden und sich überhaupt keinen Urlaub leisten können. Im zweiten Teil der Korrespondenz wird der Betrug aufgedeckt, dass viele Beschäftigte in Großbetrieben die "Aufstockung" auf das Kurarbeitergeld aus der eigenen Tasche bezahlen. <br /> Du beschreibst zurecht die prekäre Lage der sogenannten "Geringverdiener". Das ist aber kein Ost-West-Problem, ebensowenig wie die Anerkennung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. Die Angleichung der Löhne und Arbeitsbedingungen Ost-West ist in der Tat eine Schande und ihre Überwindung ist vom Interesse der gesamten Arbeiterklasse. Wir sollten meiner Meinung nach keine Rangfolge in den Forderungen aufstellen. Jede Arbeiterin und jeder Arbeiter muss meines Erachtens so viel verdienen, dass er sich mit seiner Familien einen Urlaub im Jahr leisten kann. Dazu muss der Kampf gegen die Arbeitsplatzvernichtung, für höhere Löhne und Gehälter, Urlaubs- und Weihnachtsgeld für alle, für die Angleichung Ost-West usw. geführt werden. <br /> Worauf aber Deine Kritik richtigerweise hinweist ist, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen und Arbeiter und ihren Familien sehr unterschiedlich sind und dass diese Unterschiede sich mehr in rf-news widerspieglen müssen. <br /> <br />
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
Nach Aussage verschiedene Medien kann "... das [Corona-] Virus bei Blutspenden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht übertragen. Im Blut von Patienten ohne oder mit nur wenigen Symptomen konnte das Genom des Virus nicht nachgewiesen werden, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Montag in Langen mitteilte.<br /> Das Virusgenom fand sich lediglich im Serum eines schwer erkrankten Patienten."<br /> (Quelle: https://www.welt.de/vermischtes/article207088905/Corona-Krise-Blutspenden-sicher-wegen-geringer-Ansteckungsgefahr.html)<br /> <br /> Das ist eine wichtige Aussage, vor allem hinsichtlich Bedenken, ob man Blut spenden soll oder lieber nicht. Aber auch hinsichtlich der Patienten, die auf Blutkonserven angewiesen sind, sei es bei OP´s, sei es bei Behandlung anderer Krankheiten. <br /> Wie zum Beispiel in folgendem LINK betont wird, kommt es zu Engpässen bei Blutkonserven (man kann ohne weiteres auch Infos aus anderen Bundesländern finden.)<br /> https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.coronavirus-pandemie-sorgt-fuer-engpaesse-bei-blutkonserven.81564e34-66c8-4b34-a528-9a509c52dff9.html<br /> <br /> Deshalb - auch wenn das nichts weniger als eine wissenschaftliche Erörterung ist - mein Appell an alle, die dafür gesundheits- und altersmäßig in Frage kommen: <br /> Geht Blut spenden! <br /> <br />
Comment Re: Die Coronakrise und ihre Folgen
Inzwischen gibt es sehr viele Diskussionen darüber, was wir jetzt aus der Corona-Pandemie lernen, was bleibt. In den Corona-Zeiten hat man seine Nachbarn näher kennen gelernt. Im Gespräch äußerte einer von ihnen: "Wir sind nochmals gut weg gekommen. Die Maßnahmen waren richtig und wir haben eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Da hat es andere Länder schlimmer getroffen." Das stimmt. Wir diskutieren weiter über die Folgen und wer denn die ganzen Corona-Hilfen für die Grosskonzerne bezahlen wird. Sie haben sogar von der Coronakrise profitiert - im Gegensatz zu den vielen kleinen Unternehmen, Gastbetriebe und Handwerker. Wieso soll z.B. ein VW-Konzern Hilfen - z.B. wird das Kurzarbeitergeld aus unserer Arbeitslosenversicherung bezahlt. Von sonstigen Hilfen mal ganz abgesehen. Sie haben in den letzten Jahren Milliardengewinne bekommen und er zahlt die Aktionäre aus?<br /> Mein Nachbar hat grosses Vertrauen in die Regierung - aber das ist ein Punkt, den ihn wirklich ärgert. "Ja klar - wir sind ein Automobilland - das unterstützt die Regierung. Aber ich bin sowieso für Umstellung von Autoverkehr auf den öffentlichen Nahverkehr. Ich brauche hier für eine Strecke mit dem Auto von 20 Minuten mit Öffentlichen 1,5 Stunden. Das ist doch ein Unding." Da sind wir uns einig - das werden wir beim nächsten Mal noch weiter vertiefen.<br /> <br />
Comment Re: Frauen und Familie
zum Beitrag von Brigitte:<br /> Diese Forderung nach umfassenden Tests ist wirklich ausschlaggebend und sicher wird das nicht ohne gemeinsamen Kampf der Eltern und Lehrer gehen. So gibt es zurecht unter Freunden und Bekannten die grössten Befürchtungen vor vielen neuen Infektionen, wenn die Kinder wieder in der Schule sind. Von Gesundheitsschutz wird immer weniger geredet. Das ist doch in einer Linie damit, dass sie schon lange an Sauberkeit in den Schulen sparen, dass es zu wenige Putzkräfte gibt.<br /> <br />
Comment Re: Arbeiterbewegung und -kämpfe
Wie positioniert sich die IG Metall zu Angriffen von Monopolen/-verbänden? <br /> <br /> „Gesamtmetall“ will erkämpfte soziale und ökologische Errungenschaften breit angreifen: Weg mit der „abschlagsfreien“ Rente, der Mütterrente. Senken des Rentenniveau , „ihrer“ Beiträge zur Krankenversicherung. Schleifen der Einschränkung von Befristungen vom Tisch, Schutzrechte bei der gesetzlichen Höchstarbeitszeit; des Kündigungsschutzes …<br /> <br /> Mit einer Petition „Solidarität gewinnt!“ reagiert die Bezirksleitung der IG Metall BaWü auf diese Angriffe und auf die seit dem Null-Tarifabschluss immer lauter werdende Kritik am Krisen-Co-Management der IGM-Spitze, wozu die MLPD beigetragen hat. Dort heißt es: <br /> „Gemeinsam durch die Krise heißt nicht, dass die Beschäftigten in der Industrie ihre Jobs verlieren und Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Dagegen setzen wir uns entschieden zur Wehr.“ Doch das Kapital kann die Überproduktionskrise nur überwinden, indem es Arbeitsplätze vernichtet, die Ausbeutung von Mensch und Natur verschärft und die Konkurrenz an die Wand drückt. „Gemeinsam aus der Krise“ kann deshalb nie die Losung der Arbeiterbewegung sein. <br /> Zu was das führt, zeigt sich in der Petition, wo die wichtigste Forderung nach der 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich nicht auftaucht. Statt sich insbesondere mit den Autokonzernen anzulegen, werden deren Forderung nach Kaufprämie u.a. unterstützt. Der Bezirksleiter Roman Zitzelsberger signalisiert gar die Bereitschaft, einer „fairen Lastenverteilung“ und „temporär etwas reinzugeben“, also von Zugeständnissen und Opfern! Nein, die Gewerkschaften müssen unsere Kampforganisation sein – und deshalb muss die gewerkschaftliche Vertrauensleutearbeit wieder ins Laufen gebracht werden!
Comment Re: Gib Antikommunismus keine Chance
"Ist es Antikommunismus, wenn ich für eine konkrete Sache eintrete, und dafür von den anderen angefeindet werde? Obwohl ich kein Kommunist bin?" - So ungefähr war die Frage eines Gesprächspartners, die mir vor einiger Zeit gestellt wurde. <br /> Aber ich gebe offen zu, die Frage brachte mich ins Schleudern. <br /> <br /> Daran habe ich gerade wieder denken müssen, als ich nochmal den Beitrag von Lutz vom 13. Mai durchgelesen habe. <br /> <br /> Es ging um eine, verhältnismäßig gesehen, Bagatellsache im Wohngebiet. Sprich: Spielplatz. Was einigen dort zu laut war, wogegen er sich öffentlich geäußert hatte. Denn Kinderlärm auf dem Spielplatz ist ja wohl das normalste auf der Welt. (Das ganze war schon länger her, vor Corona, aber es beschäftigt ihn noch immer sehr. Vor allem auch, weil dann, als der Spielplatz wegen Corona gesperrt wurde, die anderen aufgeatmet haben, weil endlich Ruhe sei.)
Comment Re: Fragen von Azubis, Schülern und Studenten und ihre Jugendbewegung
Zu Franziska:<br /> Ich stimme dir zu.<br /> "dank" Corona, auch "dank" der faschistoiden Politik eines Donald Trump und ähnlicher Voraussetzungen ist ein Umdenken bei vielen Leuten, nicht bei allen, im Gange. In die Richtung gehend: soll es wieder alles so werden wie vor Corona? Laut Umfragewerten hat auch die AfD deutlich an Zustimmung eingebüßt. Und in den international stattfindenen Protesten gegen Rassismus in diesen Tagen ist die Jugend prägend. Das sind positive Signale.<br /> <br /> Du schreibst richtig, dass "es kein Ausrutscher von Trump ist, die Proteste als „linksradikal“ und im selben Atemzug als „terroristisch“ zu bezeichnen. Sondern purer Antikommunismus ..." <br /> Es ist tatsächlich eine bewusst angewendete Methode, "links" zu diffamieren. Dasselbe wendet auch Erdogan an, wenn er den berechtigten Freiheitskampf der Kurden an terroristisch bezeichnet und das als Vorwand für seinen Krieg gegen die Kurden nimmt. <br /> <br /> Darüber hinaus stellt sich - das benennst du treffend - die Systemfrage unmittelbar. Sei es weltpolitisch, sei es, die Zukunft jedes einzelnen Jugendlichen betreffend. Die wenigen Lehrlinge in meiner Firma zum Beispiel, die wissen zwar, dass sie nicht gefeuert werden, aber stellen sich jetzt schon (1. Lehrjahr) die Frage: wie geht es nach der Lehre weiter? Es gibt die Forderung der MLPD nach unbefristeter Übernahme entsprechend der Ausbildung, nur: "meine" Firma ist ein Kleinbetrieb und wir alle haben derzeit Zweifel, ob sie die derzeitige Krise überlebt. Und in dem Fall kann die Firma die Lehrlinge logischerweise nicht übernehmen. Auch das eine Frage, die im Gesamtzusammenhang incl. Alternative Sozialismus diskutiert werden muss.
Comment Re: Fragen von Azubis, Schülern und Studenten und ihre Jugendbewegung
Ich finde wir müssen mehr Werbung für dieses Forum machen und werde das auch selbst mehr tun.<br /> Es gibt so eine interessante Entwicklung in der Rebellion der Jugend: War sie mit Beginn der Corona-Krise erst überlagert, gehen in den USA nun Hunderttausende verschiedener Hautfarbe, jung und alt auf die Straße, international, auch in Deutschland. Der Kapitalismus ist in einer tiefen Krise. Auf dieser Grundlage entfalten sich solche Massenunruhen nun z.T. innerhalb kurzer Zeit! Das was in den USA passiert sind Vorboten einer gesamtgesellschaftlichen Krise des Imperialismus. Auf rf-news und rebell.info (der Jugendverband REBELL hat z.T. selbst Proteste initiiert) gibt es interessante Berichte dazu.<br /> Was ist darin zu klären? M.E. warum sich das überhaupt so sprunghaft entwickelt: mit der Wechselwirkung von Weltwirtschafts- und Finanzkrise und Corona-Krise sind in den USA 40 Mio. arbeitslos; Afroamerikaner haben nachgewiesen ein viel höheres Risiko an Corona zu erkranken und zu sterben; sie sind insgesamt ärmer als die weiße Bevölkerung. Viele sagen, sie wollen einfach nicht mehr zurück zur „Normalität“, wo Rassismus zur Tagesordnung gehört. Das alles kommt in den Protesten zusammen! M.E. gehört dazu auch, unterscheiden zu lernen, zwischen Rassismus als Teil der Ideologie der Herrschenden und der Wirkung davon unter den Massen. Dass es kein Ausrutscher von Trump ist, die Proteste als „linksradikal“ und im selben Atemzug als „terroristisch“ zu bezeichnen. Sondern purer Antikommunismus, der so benannt und bekämpft werden muss. Dass es Organisiertheit und Zielklarheit der Proteste braucht und auch Offenheit für den Sozialismus. Statt sich bevormunden zu lassen, welche Perspektive die Jugend braucht. Am 28.8. ist ein Marsch in Washington geplant. Was meint ihr zu dieser Entwicklung?
Comment Re: Auswirkungen auf die soziale Lage
Hier Auszüge aus einer Zuschrift aus Heilbronn:<br /> „...ich begrüße das neue Sofortprogramm der MLPD sehr, es ist eine gute Weiterentwicklung zum Ersten. (...) Zu dem Teil „weitere Leittragende: Frauen, Flüchtlinge, kleine Selbständige, Klein- und Mittelbauern, alte Menschen" ist mir aufgefallen, dass die Forderungen teilweise zu kurz greifen. (…) Für die Pflege wird im ersten Teil die Schaffung von 150.000 Arbeitsplätzen in der Pflege und Intensivstationen gefordert? Warum wird das nicht verbunden mit der Forderung nach mehr Erzieher*innen und Lehrer*innen, kleinere Gruppen/Klassen – ohne das können die Mindestvorgaben, die jetzt von der Bundesregierung rausgegeben wurden, von den allermeisten Einrichtungen gar nicht eingehalten werden (...) Die Bundesregierung schiebt die Verantwortung an die Landesregierungen ab und diese an die Träger, damit wird denen der Schwarze Peter in die Schuhe geschoben. Das ist auch ein Ablenkungsmanöver, um von den wahren Schuldigen abzulenken. Im Sofortprogramm wird berechtigt das fahrlässige Krisenmanagement angeprangert. Eine wichtige Auseinandersetzung, die sich gerade entwickelt, gilt der Frage, ob die Corona-Maßnahmen nicht übertrieben gewesen wären verbunden mit den abenteuerlichsten Verschwörungstheorien (die ja auch bewusst in die Welt gesetzt werden, um die Leute vor der Kritik am kapitalistischen System abzuhalten). (...) Aber bloß, weil DIE (Regierung als Dienstleister der Monopole) aufgrund ihrer Ausrichtung auf Profitinteressen nicht in der Lage sind, die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen, heißt es ja nicht, dass die Massen dazu nicht in der Lage wären – dazu müssen sie aber den Kampf gegen die Regierung und gegen den Kapitalismus aufnehmen.“ Siehe: https://www.rf-news.de/2020/kw24/begruesse-das-sofortprogramm-sehr
Comment Re: Internationale Lage und Flüchtlingspolitik
In der Gesamtthematik um Corona ist es weitgehend aus dem Blickfeld geraten, dass die repressale Politik des faschistischen Erdogan-Regimes gegen Kurden ungemindert weitergeht. <br /> siehe: https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/europamagazin/sendung/tuerkei-verhaftungswelle-kurdische-buergermeister-100.html<br /> <br /> Während in Gesprächen mit Leuten wieder mehr die für manch einen ja ach so drängende Frage auftaucht, wenn man denn wieder Urlaub in der Türkei machen kann, weil das so schön und so billig sei, wird vereinzelt sogar gestaunt, wenn man da in Gesprächen auf die Kurdenpolitik Erdogans eingeht. (Für mich Grund genug, einen Türkeiurlaub nicht mal ansatzweise in meine Überlegungen aufzunehmen, selbst wenn ich es mir finanziell leisten könnte) Da sagten doch tatsächlich zwei Leute zu mir in einem Gespräch: "Ach ja, die (also die Kurden) gibts ja auch noch." <br /> Ich finde das - auch wenn es hoffentlich ein Einzelfall ist - erschreckend, was nach ein paar wenigen Monaten "Corona-Krise" so alles aus dem Blickfeld des Bewusstseins der Menschen geraten kann.<br /> <br /> Solidarität mit den Kurden wie mit andern unterdrückten Menschen, egal wo, Kampf gegen Umweltzerstörung, egal wo (Beispiel Brasilien) sind nur wenige Beispiele für den notwendigen allseitigen Kampf gegen die Folgen der kapitalistischen Gesellschaft und AUCH gegen Corona. <br /> <br /> Dazu als anderes Thema: <br /> Indianische Völker in den Urwäldern Südamerikas sind weitgehend hilflos dem Virus ausgesetzt (das weiß man nur, wenn man ganz bewusst nach entsprechenden Informationen sucht) und bereits im 18./19. Jahrhundert sind (in Nordamerika) ganze Völker ausgestorben, weil sie bestimmten Krankheiten hilflos ausgeliefert waren.
Comment Re: Arbeiterbewegung und -kämpfe
Eine kämpferische Gewerkschaftsarbeit ist notwendiger denn je. <br /> Ich bin zwar nicht mehr berufstätig, aber noch Mitglied der IGBCE. Ich war empört, wie einige Betriebsratsspitzen den ganzen Sinn und Gehalt der Arbeitersolidarität verfälschen, um selbst in der Krise noch die Klassenzusammenarbeit aufrecht zu erhalten und die Interessen der "notleidenden Wirtschaft" zu bedienen. Im Mitgliedermagazin vom Mai wurde berichtet, dass bei der Total Raffinierie Mitteldeutschland in Leuna seit dem 22. März "jeweils 120 Kollegen der Raffinerie über Tage und Nächte hinweg zusammen kaserniert" sind, an fünf Tagen in der Woche mit 12-Stunden-Schichten! Und der Betriebsratsvorsitzende kommentiert dazu: "Wir sitzen alle in einem Boot. Die Solidarität ist groß. Einsatz- und Opferbereitschaft der Kollegen überwältigend." Solidarität zur Rettung der Profite? Naja, die Raffinerie produziert schließlich so systemrelevante Produkte wie z.B. Treibstoff für Flugzeuge. Da muss man sich doch mal ins Zeug legen. Damit waren offensichtlich aber nicht alle Kollegen einverstanden, denn er beeilte sich auch gleich zu erklären, dass Betriebsvereinbarungen, Gesetze und Tarifverträge weiter gelten würden und "Nachverhandlungen unerlässlich" wären. Hier braucht es kämpferische Gewerkschafter, die unsere Gewerkschaft nicht zu einem Anhängsel der Monopole verkommen lässt, Gewerkschafter, die für ausreichenden Gesundheitsschutz in der Produktion und für die 30-Std.-Woche bei vollem Lohnausgleich gegen Vernichtung von Arbeitsplätzen in der Krise ihren Kollegen den Rücken stärken.<br /> Mein Leserbrief dazu wurde nicht veröffentlicht!
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