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Comment Re: Auswirkungen auf die soziale Lage
Ich finde es außerordentlich bedauerlich, dass eine Diskussion über "Auswirkungen auf die soziale Lage" (derzeit 5 Beiträge) offensichtlich nicht von Interesse ist, wie man an der Anzahl der Beiträge sieht, im Vergleich zur deutlichst höheren Anzahl bei anderen Themen (auch wenn das bei dem Strang zur wissenschaftlichen Erörterung eh eine hochgepushte Anzahl ist, da dort einige Beiträge als Mehrteiler zu finden sind. <br /> Noch geringer sind die - unbedingt mit den "Auswirkungen auf die soziale Lage" in Verbindung stehenden - "Arbeiterbewegung und Kämpfe" (derzeit 4 Beiträge), "Fragen von Azubis" (4) und - eigentlich unfassbar: "Internationale Lage und Flüchtlingspolitik" mit ganzen 3 Beiträgen. <br /> Erscheint das als Diskussionsthema zu Corona so unwichtig?<br /> Ich frage mich: warum ist das so? <br /> (Stand der angegebenen Anzahl der Beiträge: 5. Juni, 18:40 Uhr)
Comment Re: Internationale Lage und Flüchtlingspolitik
Aufgeschreckt durch die vielen Coronatoten in den USA und den erneuten Angriff auf den schwarzen US-Bürger George Floyd bin ich positiv überrascht von den vielen Demonstrationen in vielen Städten der USA. Im Vorgehen zeigt die derzeitige Regierung Donald Trump ihr wahres Gesicht weil sich viele Menschen dagegen wehren.
Comment Re: Frauen und Familie
Zu Johanna: Klar, Kinder haben ein Recht auf Bildung-, Freizeit-, Betreuungs- und Bewegungsangebot. Die Familien, besonders mit jüngeren Kindern, sind längst über das Limit raus - auch da können sicher viele Leser*innen viele eigene Erfahrungen beitragen, wie Tage bewältigt werden im Homeschooling, Homeoffice. Bildungs-, Freizeit-, Betreuung-, Bewegungsangebote: Es wird auf die Betreuungseinrichtungen und Schulen abgewälzt, wie sie es stemmen sollen, mit zu wenig Personal, zu kleinen Räumlichkeiten dieses Recht unter Beachtung des Gesundheitsschutzes zu gewährleisten. Ein Punkt, den alle Eltern, alle Beschäftigten in den pädagogischen Einrichtungen, in den Schulen in den nächsten Tagen und Wochen auf die Tagesordnung setzen sollten, sind die flächendeckenden Testungen. Drosten ist auch dafür, das kann man nutzen: Testet Lehrer*innen, Erzieher*innen, Beschäftigte wöchentlich - und auch die Schüler*innen. Besprecht das in den Elternbeiräten, in den Teambesprechungen, mit anderen Eltern und bildet Initiativen, die das ganz konkret von den sogenannten Sachaufwandsträger*innen fordern. Wendet euch an die örtliche GEW oder mobilisiert auch in euren Gewerkschaften. Bezieht die Kinder ein, auch die SMV kann dazu beitragen. Profi-Fußballer und die Formel-I-Leute werden auch wöchentlich getestet. Berichtet über eure Erfahrungen, damit wir gegenseitig voneinander lernen können. <br />
Comment Re: Arbeiterbewegung und -kämpfe
„Die gewerkschaftliche Arbeit liegt danieder!“<br /> <br /> Dies hörte ich bereits mehrfach von Kolleginnen und Kollegen bei Daimler: „Bei uns finden seit dem Corona-Ausbruch keine VL-Versammlungen mehr statt; werden Regel-Kommunikationstreffen nur mehr sporadisch durchgeführt, ist tote Hose, was die gewerkschaftliche Arbeit angeht!“. Und das, obwohl es wahrlich genug zu besprechen und durchzusetzen gilt. So erzählte mir ein Kollege, dass es beim Hochfahren der Produktion nicht um den Gesundheitsschutz gehe, sondern nur die Bereiche ranklotzen sollen, die für Daimler gerade wichtig und profitabel sind. Und während die einen mehr Maschinen bedienen oder schneller arbeiten sollen, haben andere Kurzarbeit, bei weniger Geld! Eine komplizierte Gemengenlage, die geradezu nach Klärung und Zusammenschluss der Kollegen schreit.<br /> Die Kritik am Kapitulationskurses und Krisen-Co-Management der IG Metall-Führung, wie er beim skandalösen Null-Tarifabschluss und in der Absage des 1.Mai auf der Straße deutlich wurde, stößt aber immer mehr auf Kritik. Dazu hat nicht unwesentlich die Kritik und Überzeugungsarbeit der MLPD beigetragen. Darauf hat jetzt Bezirksleitung der IG Metall BaWü mit einer Kampagne „Solidarität gewinnt!“ reagieren müssen. Dort heißt es: „Für uns steht fest: Gemeinsam durch die Krise heißt nicht, dass die Beschäftigten in der Industrie ihre Jobs verlieren und Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Dagegen setzen wir uns entschieden zur Wehr.“. Doch wer jetzt klare Forderungen zum Schutz der Gesundheit, Arbeitsplätze oder Umwelt erwartet, der wird enttäuscht sein. Auch bleibt es seitens der IG Metall-Führung bei einer bloßen Ankündigung der „Gegenwehr“. <br /> Es wäre wichtig zu wissen, wie in dieser Situation die Gewerkschaftsarbeit organisiert werden kann.
Comment Re: Frauen und Familie
Hallo, ich bin Ärztin und habe etliche Fälle von Misshandlungen in Familien mitbekommen. Bei dem konkreten Vorfall mit der Frau unter der Brücke war es wahrscheinlich richtig, sich nicht mehr weiter einzumischen, den Willen der Frau zu respektieren. Aber dieses Respektieren des Willens, Hilfe abzulehnen, darf man nicht als Grundsatz sehen. Wie schnell kommt man dazu zu meinen, es ist halt so in der Gesellschaft, Frauen und Kinder werden misshandelt. Und wenn sie keine Hilfe wollen, sind sie selber Schuld. Wir haben alle die gesellschaftliche Verantwortung, solche Misshandlungen nicht zuzulassen. Wenn wir sehen, dass Frauen weiterhin misshandelt werden, ist es wichtig, ihnen immer wieder Hilfe anzubieten, auch wenn sie es zuerst nicht wollen. Viele lehnen Hilfe ab, weil sie sich schämen, weil sie schlechte Erfahrungen damit gemacht haben oder schlicht aus Angst vor ihrem Mann oder der Zukunft. Natürlich müssen sie ihren eigenen Weg finden, aber meistens schaffen sie es nicht ohne Hilfe. Sich zu trennen, besonders wenn man Kinder hat, ist ungeheuer schwer!
Comment Re: Frauen und Familie
Elke <br /> Ich finde es eine wichtige und richtige Forderung, die Frauen in solchen Situationen auch zu unterstützen. Aus meiner beruflichen Erfahrung (Rechtsanwaltsgehilfin) habe ich oft solche Fälle mitbekommen, in denen die Frauen und die Kinder der Gewalt des Ehemannes ausgesetzt waren, bis hin zu Mordversuchen. Manche Frauen gingen aber wieder zurück zu ihrem Ehemann, sie waren überfordert mit den Dingen des täglichen Lebens, Anträge stellen auf Sozialhilfe, Kindergeld, Wohnung suchen, Unterhalt für sich und die Kinder erstreiten, Behördengänge, bis hin zur Anzeige bei der Polizei gegen den gewaltsamen Mann. Auch hier muss eine Unterstützung dieser Frauen laufen, es reicht nicht aus, sie im Frauenhaus unterzubringen. Diese Frauen sind auch in einer emotional angespannten Situation. Unbedingt müssen wir, wenn wir davon wissen, diese Frauen auch in solchen Sachen unterstützen, und vor allem ihr Selbstbewusstsein stärken. Dies ist ein länger andauernder Prozess und geht nicht von heute auf morgen. Für die Kinder ist diese Entwicklung aber ebenso wichtig wie notwendig, haben sie doch ansonsten nur die "schwache Mutter" usw. in Erinnerung.
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
Mein Beitrag löste kritische Reaktionen aus, das ist gut! <br /> Natürlich sehe ich auch, dass "eine vertiefte Kritik des Kapitalismus notwendig" ist. <br /> <br /> Aber ich fragte mich irgendwann: Wir haben jetzt in 20 Jahren zum 3. Mal eine Seuche, ausgelöst von Coronaviren! Wann kommt die nächste und wie muss eine erfolgreiche Strategie dagen aussehen? Im Kern müsste doch verhindert werden, dass aus einer neuen Krankheit eine Pandemie entsteht! Weil ich sah, dass ich die heutige noch nicht richtig verstehe, fing ich an zu lesen: <br /> Warum und wann wird aus einer Krankheit eine Epidemie und wie beurteilt man das? <br /> <br /> Ich fragte also nicht nach Herkunft oder Zusammenhang Kapitalismus/Ökologie. Ich schaute auch nicht auf gesellschaftliche, politische und ökonomische Konsequenzen oder die vielen, ungeklärten Fragen. Sondern auf Begriffe wie "R0" und die Mechanismen, die der Entwicklung  von Pandemien zugrunde liegen. Ein weiteres, konkretes Puzzlestück in einem Gesamtbild...<br /> <br /> Ich gebe zu, dass mein laienhafter Abriss von 100 Jahren Epidemieforschung 'grob' oder vereinfacht ausfiel. Aber ist eine Skizze  falsch? <br /> Auch Sars-CoV-2 folgt dem so beschriebenen Muster: <br /> Verschiedene Studien legen inzwischen den Ursprung des Virus auf die Zeit Okt./Nov. '19.  Ein langsames, latentes Wachstum in der Millionenstadt Wuhan.  Grosse Märkte. Ein lokales Volksfest mit grossen Einkäufen und Gelagen fällt mit dem chinesischen Neujahrsfest zusammen. Millionen reisen nach Hause. Die Stadt, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Universitäten mit über einer Mio. Studenten aus der ganzen Welt. <br /> <br /> Viele Menschen in kurzer Zeit auf engem Raum und Mobilität. Alles passte. So konnte ein ansteckendes Virus zum Funken werden und das Monster losbrechen. <br /> Und: Es wurde auch vielfach vorausgesagt, dass es so passieren würde...
Comment Re: Die Coronakrise und ihre Folgen
Hallo Rene, wie wir im Text auf der Startseite kurz erläutert haben, haben sich in der Diskussion einige Kernfragen heraus geschält, auf die wir die Forumsdiskussion konzentrieren wollten. Der bisherige Strang zu den gesundheitspolitischen Maßnahmen hat sich jetzt aufgelöst in der Diskussion über die wissenschaftliche Erörterung über die Ursache der Pandemie und Therapien sowie die Folgen von Corona. Dazu bist Du natürlich herzlich eingeladen, weiter mit zu diskutieren. Schönen Sonntag!
Comment Re: Frauen und Familie
ich möchte noch mal zurück auf die Diskussion um die Frau unter der Brücke. Es sind zwei Punkte in der Diskussion: 1. Dass man Gewalt an Frauen als gesellschaftliches Problem erkennt und nicht hinnimmt, so als ob es eine Privatsache wäre. Darüber ist glaube ich Konsens zwischen dem Autor des Beitrags und den Antworten darauf. <br /> 2. Die Frage von Monika vom 25.5. ist noch offen. Sie sagte, dass die Frau ihren Weg finden muss sich zu wehren, zu trennen... <br /> Ich meine, dass das eine wichtige Frage über den konkreten Fall hinaus ist. Denn wie oft passiert es, dass man mit Frauen über ihre Lage spricht und dann vergisst, ihr ein Programm vom Frauenverband Courage und eine Mitgliedskarte zu geben? Ist das nicht ein Ausdruck davon, dass man vergisst, dass Frauen ihren Weg finden müssen, sich zu wehren? Dass wir Frauen das sogar manchmal selber vergessen im Alltagspragmatismus?<br /> <br /> Und noch eine Antwort auf Johanna vom 28.5.: Die Petition "Kinder brauchen Kinder" kann man meiner Meinung nach weiterempfehlen. Was sie nicht enthält ist die Forderung nach regelmäßigen Tests, das gehört denke ich aber zu der Kita-Öffnung dazu. Leider kann man die Initiatorinnen nicht direkt anschreiben, ich habe es versucht.
Comment Re: Die Coronakrise und ihre Folgen
ok, ich bin raus aus diesem Strang.<br /> Weiß, dass das von mir angesprochene Thema eher in "welche gesundheitspolitischen Maßnahmen sind notwendig" gepasst hätte, aber das ist ja, warum auch immer, vor einiger Zeit geschlossen worden. <br />
Comment Re: Die Coronakrise und ihre Folgen
Hallo! Ich möchte an das Thema des Forums bzw das Gesprächsstrangs erinnern und darum bitten, sich nicht allzu weit vom eigentlichen Gegenstand zu entfernen. Ansonsten schöne diskussionsfreudige Pfingsten!
Comment Re: Die Coronakrise und ihre Folgen
Rene, daran "schlimm, einen anderen Aspekt anzusprechen" finde ich das Aneinandervorbeireden ohne Rücksicht auf Bedeutungsunterschiede. Nun die gestörte Befindlichkeit, kein Blut spenden zu dürfen, wenn man denn helfen wollte. Davor die konkrete Existenzangst, wenn durch die Teuerung am 20. des Monats kein Geld mehr für lebensnotwendigen Konsum da ist. Peter ging es eingangs doch darum: "durch die Pandemie sind wesentliche Voraussetzungen der gesellschaftlichen Produktion überhaupt infrage gestellt".
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
(1) Veränderung der Faktoren der Entstehung und Ausbreitung von Epidemien<br /> <br /> Zu Rudi: Deine 4 Faktoren untersuchen nicht die qualitativen Veränderungen in der Zunahme der Virenepidemien. Die dialektisch-materialistische Methode erfordert das qualitative Neue zu erfassen: Während nur 14 Prozent der bekannten menschlichen Krankheitserreger Viren sind, machen diese bereits 44 Prozent aller neu auftretenden Krankheitserreger aus. Von den Viren, die in mehr als vier Jahrzehnten entstanden sind, haben etwa 75 Prozent einen zoonotischen Ursprung. Quintessenz: Eine wachsende Bedrohung des Menschen geht von dem Übergang von Viren auf Menschen durch ihre rasche Veränderung an neue Umweltbedingungen aus. Das ist die entscheidende Schlussfolgerung der Entdeckung des neuen Fledermaus Corona Virus (RmYN02), der den für den Angriff auf die menschlichen Zellen notwendigen „Spike“ besitzt. <br /> <br /> Das fordert eine tiefe Kritik am Kapitalismus heraus. Shahid Jameel, ehemaliger Leiter der indischen Virenforschung, New Delhi schreibt: „Eine komplexe Mischung aus biologischen, umweltbedingten, sozioökonomischen und politischen Faktoren droht vergangene Erfolge in der Bekämpfung der Mortalität und Morbidität von Infektionskrankheiten zu negieren.“ [1] Dazu gehören raubbaumäßige Landnutzung, Megacities und Slums, das Artensterben, und die immer intensivere Nutzung früherer wilder Naturbereiche, wie der Biologe Herbert Buchta in einem Gastbeitrag in der Roten Fahne 11/2020 schreibt. <br />
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
<br /> (2) Hinzu kommen die rasche Veränderung von Krankheitserregern durch Resistenz gegen antimikrobielle Mittel, der rasche Umschlag in eine Klimakatastrophe, die globale Entwaldung, die zögerliche Entwicklung von Impfstoffen, die zunehmende chemische Umweltverschmutzung, sowie die verheerenden Wirkungen der imperialistischen Konkurrenz. Damit ist SARS-CoV-2 Ausdruck einer qualitativ neuen Veränderung der Krankheitserreger, verursacht durch die Krisenhaftigkeit des imperialistischen Weltsystems. <br /> <br /> Gleichzeitig sind auch die Vorrausetzungen für die Erkennung, Verhinderung und Heilung von Infektionskrankheiten durch die modernen Produktivkräfte, z.B. der Massenproduktion von Schutzausrüstung, Medikamente und Tests ungeheurer gewachsen. Ebenso wissenschaftliche Einzelerkenntnisse in den Biowissenschaften, wie auch die technisch-naturwissenschaftlichen Voraussetzungen zur Wiederherstellung des kollabierenden ökologischen Systems der Erde. Das erfordert den Kapitalismus revolutionär zu überwinden und setzt den Sozialismus auf die Tagesordnung [2]. <br /> [1] The Telegraph, 22.05.2020, <br /> [2] „Katastrophenalarm“ von S. Engel<br />
Comment Re: Frauen und Familie
Elke aus Albstadt hat folgenden Leserbrief an die örtlichen Zeitungen geschickt, den ich Euch zur Verfügung stellen möchte: Als Mutter eines gehörlosen jungen Mannes habe ich diese Aufforderung, eine „durchsichtige Maske“ zu erfinden, mit Freude gelesen. Man kann sich als hörender Mensch gar kein Bild machen, wie es momentan für einen Gehörlosen ist, der darauf angewiesen ist, vom Mund abzulesen, damit er versteht um was es geht: Er versteht die Welt nicht mehr! In der Bundesrepublik Deutschland leben ca. 80.000 Gehörlose. Nach Angaben des Deutschen Schwerhörigenbundes gibt es ca. 16 Millionen Schwerhörige. Für diese Menschen ist es momentan nicht nur schwer, sich zurecht zu finden, sondern nahezu unmöglich. Soviel zur Barrierefreiheit! Ein Gehörloser kann auch nicht telefonieren, um einen Termin zu vereinbaren. In Zeiten der Corona-Pandemie bekommt man aber sonst nicht einmal einen Friseur-Termin… In der Corona-Verordnung steht, dass Gehörlose und ihre Begleitung nicht zwingend einen Mundschutz tragen müssen, damit sie sich verständigen können, was allerdings die ganze Sache ad absurdum führt, sind doch gerade die Gehörlosen darauf angewiesen vom Mund abzulesen, nicht andersherum. Hier müssen auch neue Mittel und Methoden überlegt und eingeführt werden. Ich hoffe und wünsche mir, dass wenigstens die Gebärdendolmetscher, die man nun bei den Presseerklärungen und bei den Nachrichten sieht, und die es in anderen Ländern schon längst gibt, nun dauerhaft zu sehen sein werden. Für eine durchsichtige Maske, bei der Gehörlose vom Mund ablesen können, wäre ich dankbar und sicher auch die oben genannten 80.000 Gehörlosen in Deutschland. <br /> <br />
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit und nicht hochwissenschaftliche Modellrechnungen mit denen man alles mögliche beweisen kann. Die R-Faktoren drücken natürlich eine dialektische Entwicklung bei Pandemien und Epidemien aus. Den qualitativen Sprung von abnehmender Ausbreitung zu zunehmender oder exponentieller Ausbreitung. Das ist aber eine einfache, grobschlächtige Dialektik und bei Covid-19 nicht materialistisch, weil zum Beispiel die konkrete Analyse der konkreten Situation fehlt. Das Ausbreitungsverhalten, die Übertragungswege, die Virenlast bei Kindern und andere Fragen sind ungenügend geklärt. So kann der R-Wert lange bei 1 oder unter 1 liegen und man wird bei weiterer Öffnung zu einem bestimmten Zeitpunkt von einer exponentiellen Ausbreitung überrascht. <br /> Was man in der Praxis sieht ist eine hohe Ansteckungsrate in Räumen in denen sich viele Personen mit Abstand aber längere Zeit aufhalten, vielleicht schlecht belüftet. Kirche, Chorprobe, Kneipe, Paketzentrum und so weiter. Der R-Wert steigt erst 1 Woche oder später nach diesen Ereignissen. Mitte Mai wurden in Israel die Schulen geöffnet, jetzt wird überlegt, ob man sie wieder schließt oder was zu tun sei.
Comment Re: Frauen und Familie
Die Corona-Pandemie hat im Alltag viele Einschränkungen mit sich gebracht. Nicht alle haben negative Auswirkungen. Wir, Zweipersonenhaushalt, Rentner, ernähren uns bewusster. Gschwind mal eben einkaufen gehen war früher. Irgendwie wird man auf das Wesentliche im Leben „zurückgeworfen“. Vieles braucht man garnicht. Ich vermisse allerdings den ungezwungenen und spontanen „Freigang“. Ich kann Christine und die Sorgen um ihre Mutter verstehen, verstehe aber auch die Mutter. In unserer Wohnanlage singen wir täglich auf den Balkonen und obwohl wir uns räumlich nicht näherkommen können, wächst die Verbundenheit unter den Nachbarn. Hier wohnen hauptsächlich Ältere, und nicht nur für diese ist das tägliche gemeinsame Singen ein fester Bestandteil des Alltags geworden ist. Da kommt kein TV-Programm gegen an. Ich hoffe nur, dass wir uns dieses zarte Pflänzchen der Gemeinschaft und Solidarität erhalten können.
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
@ Rudi<br /> Auch, wenn Du immer wieder etwas von dialektischen Beziehungen schreibst, kommt mir das doch sehr mechanisch und undialektisch vor. Was soll das denn für eine "dialektische Beziehung zwischen 4 Faktoren, die den Verlauf einer Epidemie beeinflussen: Neben der Infektions-, der Genesungsrate und der Sterblichkeit fand man einen 4. Wert, die 'Schwellendichte" sein?<br /> Soweit ich das in den etwas ausufernden Ausführungen nachvollziehen kann, ignorierst Du vollkommen die Wirkungsweise von Covid-19. Es ist bisher nicht völlig erforscht, wie das Virus übertragen wird, wie die Übertragung bei Kindern und Jugendlichen wirkt und welche Krankheitssymptome bei ihnen entstehen. Da werden wir aufgrund der Kita- und Schulöffnungen demnächst vermutlich Folgen registrieren können. Auch der Krankheitsverlauf z. B. bei Erwachsenen ist nicht erforscht. DOC Esser (Arzt, der oft im WDR erscheint) merkte als Erstes, dass er Hautveränderungen hatte, die laut Dermatologen auf eine Infektion deuteten. Der Corona-Test war dann positiv. Selbst nach Ende der Infektion / Krankheit ist bei ihm die Lungenfunktion eingeschränkt. Was würde das für die Menschheit bedeuten, wenn Massen von Menschen, nach einer Infektion die verschiedensten organischen Einschränkungen haben? Das sind doch entscheidende Fragen, die aus dem Inneren dieses Virus, seiner Wirkungsweise resultieren und nicht in irgendwelchen Zahlen zu fassen sind.
Comment Re: Frauen und Familie
Ich möchte mal das Thema Angst im Zusammenhang mit einem agressiven Virus ansprechen. Durch das Zusammenleben mit einem Angehörigen einer Risikogruppe, manchmal lese ich auch im Zusammenhang mit Herzschwäche von Hochrisikogruppe, mache ich mir Sorgen und bin angespannt. Mich befällt immer wieder der Gedanke, mir keine Nachlässigkeit erlauben zu können, weil ich ja auch Verantwortung für einen gefährdeten Menschen trage. In der Öffentlichkeit ist im Zusammenhang mit Risikogruppen immer die Rede davon, daß die Andern sie schützen müssen. Der soziale Verantwortungsgedanke daran ist ja nicht verkehrt. Und ein alter dementer Mensch ist auf den Schutz seines Umfelds natürlich besonders angewiesen. Was ist aber mit den vielen andern, die selbständig denken und leben? Die müssen sich doch selber schützen. Ich bin doch dafür, daß jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben führt. Das bedeutet für mich auch, daß ich die Entscheidung der 82-jährigen Mutter selbst einkaufen zu gehen, akzeptiere und mit dem Bauchweh leben lerne. Ich sehe es auch in der Nachbarschaft, daß es alte Menschen nach wochenlangem Rückzug und sozialen Entbehrungen nach draußen drängt. Mir selbst geht es ja nicht anders. In der Zeitung sorgt sich heute eine 78-jährige Frau um ihre Autonomie und fordert das Recht, im Falle einer Erkrankung eine Beatmung ablehnen zu dürfen, weil sie sich möglichen Folgeerkrankungen nicht mehr aussetzen will. Auch das müssen ihre Angehörigen akzeptieren. Wichtig finde ich dabei, das Ansteckungsrisiko mit dem Tragen einer (mindestens) FFP2-Maske möglichst gering zu halten und die Krankenkassen oder Gesundheitsämter für eine ausreichende Versorgung in die Pflicht zu nehmen. Und wegen der Angst wünsche ich mir einfach mehr Austausch
Comment Re: Die Weltwirtschafts und Finanzkrise und ihre Folgen
Nochmal zur Frage: Weltfinanzkrise?<br /> Wenn durch das Stocken von Finanzströmen insgesamt oder in mehreren relevanten Bereichen das globale Finanzsystem betroffen ist, sprechen wir von einer Weltfinanzkrise. Das ist denke ich schon seit geraumer Zeit der Fall. <br /> Die Zentralbanken (in der EU und den USA) sind spätestens seit Oktober 2018 mit ihrer Politik gescheitert, den Rückgang der Industrieproduktion und des Welthandels trotz immer „unkonventionelleren Maßnahmen“ zu stoppen. Die US-Notenbank FED pumpte seit Mitte 2019 Unmengen an frisch gedrucktem Geld ins Finanzsystem – bis jetzt über sieben Billionen Dollar. Weitgehend erfolglos, auch schon vor der Corona-Krise.<br /> Seit Mai 2018 entwickeln sich Währungs- und Verschuldungskrisen in neu-imperialistischen Ländern und neokolonial abhängigen Ländern. Viele ihrer Währungskurse verschlechterten sich 2019 zwischen 5 und 20 Prozent. In 91 dieser Ländern verdoppelten sich die Schulden seit 2010 auf rund 72 Billionen Dollar. Beim IWF mussten diese Staaten schon im März Notkredite beantragen.<br /> Schon Ende 2018 gab es einen deutlichen Einbruch bei allen großen internationalen Börsen. Sie erholten sich zwar wieder, brachen im Februar 2020 dann aber richtig tief ein. Der jetzige Anstieg ist ein ungedeckter Wechsel auf einen „Aufschwung“ nach Corona. <br /> In Europa haben wir eine jahrelange latente Bankenkrise. Die Schulden der Banken haben sich seit 2008 verdoppelt. Eine Billion Euro in ihren Bilanzen gelten als „faule Kredite“. Deshalb stürzten die Kurse der Banken der Eurozone Mitte März um mehr als ein Drittel ab. <br /> Die globalen Überproduktionskrisen sind m.M.n. heutzutage immer enger mit Spekulationskrisen, Bankenkrisen, Börsenkrisen, Währungskrisen usw. verbunden – sie verschmelzen zu Weltwirtschafts- und Finanzkrisen.
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