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Comment Re: Gib Antikommunismus keine Chance
Ich meine, wir müssen mehr über die Hintermänner der sogenannten "Hygiene-Demos" herausfinden und darüber aufklären, besonders über faschistoide und faschistische Hintermänner und Bestrebungen, z. B. auch Widerstand 2020.<br /> Gestern war im WDR-Fernsehen bei Böttinger ziemlich zum Schluss ein Lehrer aus Bonn, der positivistisch meinte, man müsse alle Meinungen sammeln und austauschen und "ideologiefrei" diskutieren. Dabei hob er Ken Jebsen in den Himmel. Auch diesen ominösen Dr. Bodo Schiffmann erwähnte er als jemanden, mit dessen Meinung man sich befassen muss.<br /> Die klare Abgrenzung zu diesen Demos muss auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Ansichten der Drahtzieher beinhalten.
Comment Re: Die Coronakrise und ihre Folgen
@ Gerolf Brettschneider <br /> "Zusammenhang mit den zuvor angesprochenen Existenzsorgen der Grundsicherungsbeziehenden" gibt es tatsächlich nicht, aber ist es schlimm, einen anderen Aspekt anzusprechen?<br /> <br /> Ja, laut Bundesgesundheitsministerium sei die Versorgung mit Blutkonserven gesichtert. Aber glauben wir jetzt alles, was von dem Ministerium kommt? Wie passt die Aussage von Spahn z.B. damit zusammen, dass seitens des DRK und anderer Organisationen immer wieder auf Knappheit von Konserven aufmerksam gemacht wird?<br /> <br /> Und ich denke, es gibt sehr wohl einen Zusammenhang auch mit der Corona-Pandemie, bzw. deren Folgen. Blutkonserven werden gebraucht, weltweit. Und wenn es denn in Deutschland tatsächlich genug gibt, wie sieht es in Italien mit der riesigen Zahl der mit Corona Infizierten aus? Dürfte ja wohl auf der Hand liegen, dass das Blut eines damit Infizierten nicht für eine Spende geeignet ist. <br /> Und da dürfte es doch sinnvoll sein, dass ein Staat den anderen unterstützt. Auch mit Blutkonserven. Nur passt das nicht in die kapitalistische Ausrichtung des Gesundheitswesens unserer Tage. <br /> Da spreche ich noch nicht mal die Eventualität von seltenen Blutgruppen an. <br /> Deshalb ist es nicht zu akzeptieren, dass die von mir genannte Gruppe nicht spenden darf. Einmal wegen Diskriminierung der Gruppe gegenüber, aber auch, weil dadurch für Patienten notwendige Konserven fehlen könnten. <br />
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
(1)<br /> Wie werden Epidemien von Infektionskrankheiten erforscht?<br /> <br /> Epidemien sind so alt wie die Menschheit. Die ersten Berichte stammen aus der Antike. Aber erst vor 100 Jahren gelang es, zuerst in der Malariaforschung, die Entwicklungsgesetze der Infektionskrankheiten besser zu verstehen und sie in mathematischen Formeln zu fassen. Diese beschrieben, warum Epidemien entstehen, wie sie verlaufen und wann sie wieder enden. Auf diesen Erkenntnissen bauen auch noch die Modellrechnungen z.B. heute zu Covid19 auf. Das ist keine Dreisatzrechnung! Es sind komplexe Differentialgleichungen mit einer Vielzahl von Variablen, die sich zudem mit dem Wissenstand immer weiterentwickelt haben.<br /> <br /> In den 1920er Jahren untersuchte man die dialektischen Beziehungen zwischen 4 Faktoren, die den Verlauf einer Epidemie beeinflussen: Neben der Infektions-, der Genesungsrate und der Sterblichkeit fand man einen 4. Wert, die 'Schwellendichte'. Diese beschreibt den Prozentteil in der Bevölkerung, nach dessen Erreichen die Infektionsketten zusammenbrechen und sich keine weiteren Menschen infizieren. <br /> 4 Faktoren, die in einer dialektischen Wechselbeziehung stehen wie Wärme, Zunder, Brennstoff und Funke. Unter kritischen Umständen entsteht das Feuer, die Epidemie. Die mathematischen Modelle erlauben die quantitative Erfassung der Bedingungen, unter denen ein Brand entsteht, sich ausbreitet und wieder erlischt. Es gibt zwei qualitative Sprünge: Eine kleine Zunahme der Infektionsrate kann eine grosse Epidemie auslösen. Und sie endet, wenn die Dichte der anfälligen Menschen nicht mehr zur Weiterverbreitung ausreicht - nicht wenn alle entweder tot oder genesen sind.
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
(2)<br /> Die Brauchbarkeit dieser Modelle hat sich in den folgenden Jahrzehnten immer wieder in der Praxis bestätigt. Meist gab es keine exakten Zahlen und es musste mit Schätzungen gearbeitet werden.<br /> In den 1950er Jahren wurden diese richtigen Erkenntnisse weiter verfeinert. Dabei wurde auch die Basisreproduktionszahl R0 gefunden: Bleibt R0 unter 1, verläuft die Infektionskette im Sand. Über 1 breitet sie sich aus und wenn sie weit über 1 steigt, gibt es eine Epidemie. Bei der Influenza(Grippe) z.B. liegt R0 bei 1,5-1,8. Bei Sars-CoV-2 bei 2-3, bei Masern bei 15 und bei Malaria hat man R0-Werte von 10 bis über 500 gefunden. Der Wert zeigt die Virulenz, wie ansteckend eine Krankheit ist, wenn sie sich ungebremst ausbreiten kann. R0 liefert also eine Erklärung und z.T. auch eine Vorhersage. Diese Zahl definiert die Grenze zwischen einem lokalen Auftreten 'seltsamer Infektionen' in einem Dorf in einem tropischen Land, einer grossen Epidemie und einer globalen Pandemie...<br /> Der reale R-Wert dagegen, von dem jetzt immer die Rede ist, widerspiegelt  die getroffenen Massnahmen. Aktuell liegt dieser unter 1.<br /> <br /> Wie gesagt, muss hier meist mit Schätzwerten gerechnet werden. Das ist der Natur der Sache geschuldet, weil man zu Beginn einer neuen Pandemie ganz einfach Vieles noch gar nicht weiss. Schon dadurch unterscheiden sich Modellrechnungen auch von empirischen Studien, die ja z.B. Blutproben nehmen, Abstriche machen und diese dann auswerten. Diese Modelle schauen zudem in die Zukunft und analysieren nicht nur das Hier und Jetzt. Es gibt auch nicht DAS Modell, sondern es hängt ab von dem, was man wissen will: Modelle lagen z.B. dem "Kurve flach halten" zugrunde:
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
(3)<br /> Eine Variable war die Zahl der Intensivbetten; dann wurde untersucht, was passiert, wenn Grossveranstaltungen verboten werden, wenn die Schulen geschlossen werden, wenn man sich nur noch zu zweit treffen darf, etc. Diese Simulationen flossen dann in die politischen Entscheidungen ein.<br /> <br /> Meteorologen verwenden ähnlich komplexe Modelle bei der Wettervorhersage. Auch Ökonomen tun das (oder sagen wir - die versuchen es!). Und wir wissen vom Wetterbericht, dass kurzfristige Vorhersagen meist genauer sind... Längerfristig können auch epidemiologische Modelle nur Trends aufzeigen. Sie werden nie Kristallkugeln sein, durch die man in die Zukunft blicken kann. Aber wenn 5 oder 6 verschiedene Modelle  gleichzeitig eine Pandemie vorhersagen, dann sollte vielleicht gehandelt und nicht noch wochenlang von 'Grippe' geschwätzt werden...<br /> Es waren solche Modellrechnungen, die z.B. Boris Johnson oder Trump von ihrem Kurs der "Durchseuchung" abbrachten. Sie rechneten vor, dass so 100'000e (UK) bzw. Millionen (US) sterben würden, wenn weiter nichts getan würde. Als die Herrschaften dann einsahen, dass sie das politisch nicht überleben würden, gelang es schon nicht mehr, "die Kurve flach zu halten": Die Gesundheitssysteme wurden überfordert...<br /> <br /> Natürlich muss das Robert-Koch-Institut für seine Zickzack-Politik der Unterordnung unter die Ziele der Übermonopole kritisiert werden! Eine wissenschaftliche Kritik baut aber darauf auf, dass man zu verstehen versucht, wie Epidemien und Pandemien entstehen und erforscht werden. Wer dies nicht tut, unterschätzt auch den ideologischen Kampf, der in der Gesellschaft und auch unter bürgerlichen Wissenschaftlern schon seit Januar 2020 aufbrach und sichtbar wurde.
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
(4)<br /> Z.B. gaben am 28.4. vier wissenschaftliche Institute (Fraunhofer, Helmholtz, Leibniz, Planck) aufgrund ihrer gemeinsamen Modellrechnung die Empfehlung heraus, die Öffnung um mehrere Wochen hinauszuschieben: So könnte R0 auf knapp über 'Null' gesenkt werden und die Pandemie längerfristig besser und einfacher mit Kontaktverfolgung unter Kontrolle gehalten werden. Das wurde gar nicht mehr öffentlich diskutiert, weil die politischen Entscheidungen zur Öffnung im Interesse der Profitwirtschaft schon gefallen waren... Die Hetzkampagne, die "BILD" jetzt gegen Prof. Drosten losgetreten hat, ist nur ein Beispiel, wie dieser ideologische Kampf in den nächsten Monaten noch an Schärfe zunehmen wird! <br /> <br /> Ein R-Wert knapp unter 1 bedeutet ja nur, dass sich das Virus weiter in der anfälligen Bevölkerung ausbreitet. Zwar langsam, aber gleichmässig. Bisher gibt es nichts, das darauf hindeutet, dass es _nicht_ zu einer 2. Welle kommen wird! Forscher der ETH Zürich haben diese Woche neue Modellrechnungen veröffentlicht: In der Schweiz würden noch mal bis zu 5000 Menschen sterben - mehr als das Dreifache wie bisher.<br /> <br /> Quellen:<br /> - David Quammen; Spillover - der tierische Ursprung weltweiter Seuchen<br />   München, 2020; S.142 ff.<br /> - NDR-Podcast 'Synapsen' zu Modellierungen (auf der Webseite ist auch ein Link zu einem<br />    konkreten Simulationsmodell der Uni Hohenheim. Dort kann man eine Epidemie<br />    "nachspielen".): <br />    https://www.ndr.de/nachrichten/info/Synapsen-Warum-Modellierungen-in<br />    -der-Coronapandemie-so-wichtig-sind,podcastsynapsen106.html
Comment Re: Die Coronakrise und ihre Folgen
Rene, es ist zweifellos kränkend und erniedrigend, aufgrund der bloßen Zugehörigkeit zu einer mehr oder weniger willkürlich bestimmten Risikogruppe kein Blut spenden zu dürfen. Ich sehe aber keine Dringlichkeit dieser Frage in Zeiten der Corona-Pandemie, wenn die Versorgung mit Blutkonserven laut Bundesgesundheitsminister gesichert ist, und keinen Zusammenhang mit den zuvor angesprochenen Existenzsorgen der Grundsicherungsbeziehenden.
Comment Re: Frauen und Familie
Gestern brachte die ZDF heute-Sendung einen Beitrag zu einer Elterninitiative mit einer Petition, die Frauen aus Baden-Württemberg gestartet haben ("Kinder brauchen Kinder"). Konkret geht es ihnen dabei vor allem darum, die Rechte der Kinder auf Bildungs-, Freizeit-, Betreuungs- und Bewegungsangebote zu stärken. Was mich an dem Beitrag beeindruckt hat, waren v.a. die Statements bzw. die Kritik der Frauen am Krisenmanagement der (Landes)Regierung, dass sie erst einmal alles andere im Lockerungswahn wieder geöffnet haben, während die Kinder und Familien das Nachsehen haben. Auch das Selbstbewusstsein, mit der sie es geäußert haben, fand ich stark. Es ist nicht selbstverständlich, in solch einer belastenden Situation als Mutter politisch aktiv zu werden. Wir müssen solche Frauen bzw Eltern gewinnen im Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten von Weltwirtschafts-, Finanz- und Coronakrise. <br /> <br /> Was meint ihr zu dieser Initiative? Es geht zwar dabei in erster Linie um Kinder - aber es sind ja vor allem die Frauen, die sich für sie einsetzen, weil es ihrer gesellschaftlichen Rolle entspricht. <br /> <br />
Comment Re: Auswirkungen auf die soziale Lage
Heute (28.5.) wird in rf-news das Thema Urlaub bzw die Bezahlbarkeit einer Urlaubsreise thematisiert. <br /> Ich erlaube mir die Frage: ist das wirklich eine so wesentliche Frage?<br /> <br /> Es wird im Artikel gefragt: "Wer kann sich also da noch einen größeren Urlaub erlauben?"<br /> Ich halte dagegen: Zumindest in Ostdeutschland stellt sich für einen großen Teil der Leute diese Frage seit 30 Jahren. <br /> <br /> In dem Artikel ist von Urlaubs- und Weihnachtsgeld die Rede. In Ostdeutschland kennt man die Begriffe, aber für einen Großteil ist das eben nur ein abstrakter Begriff. <br /> Tarifverträge spielen bei VW, Infineon und ein paar anderen Werken eine Rolle, für sehr viele andere nicht, weil die Firmen nicht Tarifgebunden sind. <br /> <br /> Viele arbeiten deutlich untertariflich (ich auch) in kleineren Firmen. Parallel dazu steigen die Lebenshaltungskosten und auch die Kosten für Urlaubsreisen erhöhen sich permanent (wenn das den Beschäftigten in den Urlaubsregionen zugute kommen würde, würde ich das unterstützen, aber ich bezweifle, dass die Putzfrau im Hotel auf Mallorca nur einen Cent mehr bekommt, wenn die Reise um sagen wir 100 Euro teurer wird als im Vorjahr.) <br /> <br /> Nein, die Frage, ob Urlaub drin ist, sollte doch wohl hinter der Forderung nach gleichen Lebensbedingungen in Ost und West, höheren Löhnen, deutliche Anhebung des Mindestlohns (CDU-Leute forderten neulich die Absenkung desselben), Gesetzesstatus für Tarifvereinbarungen zurückstehen, denn für sehr viele, sicher auch im "Westen", ist Urlaub außerhalb von Balkonien schon lange ein nicht oder kaum noch bezahlbarer Luxusartikel geworden, der maximal aller zig Jahre drin ist.<br /> <br /> Grüße aus Dresden von einem Geringverdiener.<br /> <br /> https://www.rf-news.de/2020/kw22/fuer-viele-ist-dieses-jahr-kein-urlaub-drin
Comment Re: Die Weltwirtschafts und Finanzkrise und ihre Folgen
Viel diskutiert und auch kritisiert wird gerade die von der Autoindustrie geforderte Kaufprämie. Aus der Daimler-Zentrale tönt es, der Staat müsse jetzt das brachliegende Geschäft wieder anspringen lassen - "wie mit einem Defibrillator". Jetzt kann man bei der Autoindustrie nicht gerade von einem drohenden plötzlichen Herztod sprechen. Allein VW hat 2019 einen Umsatz von 252,6 Milliarden Euro gemacht (+7,1%). Besonders laut melden sich in der Debatte die Auto-Ministerpräsidenten Söder (Bayern/BMW), Kretschmann (Baden-Württemberg/Daimler) und Weil (Niedersachsen/VW) zu Wort. Der "Grüne" Kretschmann wirbt dabei explizit für Verbrennungsmotoren: "Wer einen besseren Vorschlag hat, soll kommen!". Stefan Weil, selbst im Aufsichtsrat von VW, hat auf einmal sein Herz für die Zulieferer entdeckt "Ich habe aktuell insbesondere Sorgen, was die Zuliefererbetriebe angeht. Wenn nicht schnell die Nachfrage anspringt, werden viele bald die Bücher zuklappen und sagen: Sorry, aber das war's." Als sich die in Hannover kämpfenden Sitech-Arbeiter hilfesuchend an den Landtag gewendet hatten, damit er was gegen die Schließung der VW-Sitzefertigung und Entlassung von 470 Kollegen unternimmt, stießen sie auf taube Ohren. Auch der IG Metall-Chef Hofmann gesellt sich dazu und unterstützt das Konjunkturpaket der Bundesregierung inklusive Kaufprämie als "Notfallmedizin". Berechtigt kritisieren Eltern angesichts mangelnden Gesundheitsschutzmitteln in Schulen und Kitas: Für Konzerne ist Geld da, für Familien nicht. Als Krankenschwester und Verdi-Mitglied bin ich entschieden dagegen, den kranken Kapitalismus zu pflegen.
Comment Re: Frauen und Familie
@Christine<br /> Zuerst mal, wie von Rene schon dargelegt, brauchst Du ganz bestimmt kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn deine Mutter alleine einkaufen geht.<br /> Die Vorwürfe deiner Bekannten zeigen deutlich, wie die Meinungsmache der Herrschenden Erfolg hat; frei nach dem Motto, alle Alten sind Risikogruppe ( oder auch dement, hilflos, bedürftig etc. ) wird hier ein Bild einer Gesellschaftsgruppe gezeichnet, welches im Endeffekt dazu führt, alle alten Menschen praktisch zu entmündigen. Sicher gibt es alte Menschen, auf die diese Dinge zutreffen. Aber genauso gibt es unzählige Menschen, die auch mit 70, 80 oder noch mehr Jahren voll im Leben stehen, z.T. aktiver und leistungsfähiger sind als deutlich Jüngere.<br /> Gerade dieses alle über einen Kamm scheren erfahre ich täglich bei meiner Arbeit als Altenpfleger; es wird nicht unterschieden, wie viele Ressourcen der Einzelne noch besitzt, sondern stur nach dem Motto Alt = pflegebedürftig verfahren.<br /> Hier zeigt sich wieder einmal die Willkür der Herrschenden. Es wird nicht nach Fakten entschieden, sondern nach gutdünken.
Comment Re: Frauen und Familie
Hallo Christine<br /> <br /> zu dem Punkt, ob du ein schlechtes Gewissen haben musst, wenn du deine Mutter alleine einkaufen gehen lässt, sag ich ganz klar: Nein, musst du nicht. Die Vorwürfe der Bekannten sind nicht berechtigt. <br /> Ja, die Gefahr der Ansteckung besteht natürlich. Aber soll man sich deswegen, weil man zu einer Risikogruppe gehört, zu Hause einschließen? <br /> <br /> Und wenn deine Mutter alleine einkaufen kann, heißt das ja, dass sie körperlich dazu in der Lage ist (was in dem Alter nicht bei allen so ist). Ich hatte es schon mal an anderer Stelle irgendwo hier im Forum vor einigen Wochen geschrieben: Auch alte Menschen haben das Bedürfnis, am Alltagsleben teilzunehmen. Einzukaufen. Freunde zu sehen. Raus aus der Isolation, die auch psychisch kaputtmacht (ich weiß, wovon ich rede). Daraus mit dem Argument, man könnte sich anstecken, einen Vorwurf abzuleiten, halte ich für zutiefst unsolidarisch. <br /> <br /> Vorsichtsmaßnahmen sind unbedingt wichtig. Keine Frage. Jedes Risiko muss minimiert werden. <br /> <br /> Und der Vorwurf beinhaltet zudem, was der Staat gerne macht: dir als Privatperson die Verantwortung aufzubürden, dich um alles zu kümmern. Ob du dazu in der Lage bist, klammert die Bekannte offenbar vollkommen aus, so wie der Staat vielen Familien.<br /> Frag doch die Bekannte beim nächsten Gespräch, was sie als Alternative vorschlägt. Wahrscheinlich sagt sie dann nichts, weil da ihre eigene Verantwortung gefordert ist.<br /> <br /> Übrigens: ich gehöre auch zu einer Risikogruppe und gehe trotzdem bewusst unter Menschen. Auch zu Montagsdemo oder ähnlichem. Bewusst mit dem Wissen, dass ich es mir und anderen schuldig bin, Sicherheitsmaßnahmen bewusst zu ergreifen.
Comment Re: Die Coronakrise und ihre Folgen
In Deutschland gibt es ein Blutspendeverbot für homosexuelle Männer. Das will Minister Spahn auch in der Corona Pandemie nicht aufheben (siehe LINK) <br /> <br /> Eine Petition dagegen, auf den Weg gebracht vor paar Monaten, übrigens von der FDP, hatte leider keinen Erfolg.<br /> <br /> Der Grund ist an den Haaren herbeigezogen. Es solle eine Infektion mit HIV vermieden werden. <br /> Als ob nicht sowieso jede Blutspende auf sowas überprüft werden würde. <br /> <br /> Zitat: "Dabei müsse allerdings "jeder Anschein einer Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität ausgeschlossen werden", schrieb der Minister" --- Doch, Herr Spahn, das ist Diskriminierung. Was sonst. <br /> <br /> Zitat: "Homosexuelle Männer dürfen in Deutschland nur dann Blut spenden, wenn sie zwölf Monate lang keinen Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann gehabt haben." --- Aha, aber wenn ein heterosexueller Mann übertrieben gesagt jeden Tag mit einer andere Frau Geschlechtsverkehr haben sollte und evtl im Bordell ein und aus geht, und hinterher mal eben Blut spenden geht, ist wohl kein Risiko einer sexuell übertagbaren Krankheit vorhanden? <br /> <br /> Ich bin nicht homosexuell, aber diese Diskriminierung, die angeblich keine ist, find ich unglaublich. Mittelalter lässt grüßen. <br /> <br /> Wie steht eigentlich RF und MLPD zu dieser Sache? Oder hier mitdiskutierende Mediziner?<br /> <br /> https://de.yahoo.com/nachrichten/spahn-will-blutspende-verbot-f%C3%BCr-homosexuelle-m%C3%A4nner-lockern-151908482--finance.html
Comment Re: Frauen und Familie
zu "Eine starke Frau"<br /> Diese oder ähnliche Situationen dürften schon viele von uns erlebt haben. So schlimm es für den jeweiligen Betroffenen auch ist, verstehe ich doch nicht, dass dieses Erlebnis hier einen so großen Spielraum einnimmt. Tagtäglich werden Frauen Opfer von Gewalt, egal ob physisch oder psychisch.<br /> Dieser Fall ist also nicht außergewöhnliches, sondern sozusagen der "normale Alltag".<br /> Ich finde, für ein Diskussionsforum sollten doch generelle Themen der Hauptpunkt sein und nicht irgendwelche persönlichen Erlebnisse, über deren Hintergrund zudem überhaupt keine Informationen vorliegen ( warum dieses Verhalten des Mannes ).<br /> Ich will hier das Eingreifen des Berichterstatters keinesfalls klein reden, im Gegenteil, wenn es mehr Zivilcourage in dieser Gesellschaft gäbe, würden viele Dinge gar nicht erst passieren.<br /> Gerade in der jetzigen Situation wird aber überdeutlich, wie sehr die doppelte Ausbeutung der Frau in diesem System verankert ist. Die Frau ist sozusagen der "Mittelpunkt" der bürgerliche Familie, hat für den Mann und die Kinder zu sorgen. Nebenbei macht sie noch ein bisschen Homeoffice, übernimmt die Aufgaben der geschlossenen Schulen und Kitas, natürlich völlig für lau, der Dank der bürgerlichen Gesellschaft ist ihr Lohn genug.<br /> Ich glaube, hier ist ein wesentlich größeres Feld für wirklich anregende Diskussionen als das "Breittreten" von persönlichen Erlebnissen ( ohne diese als Banalitäten abtun zu wollen ).
Comment Re: Frauen und Familie
Teil 2:<br /> In Ihrer Anfrage machen sie eine Schilderung und beschreiben auch eine<br /> Situation. Eine schon Eskalierte, also mit Gewaltausbruch gegen eine<br /> Frau. Und sie zeigen in ihr sehr genau die Kräfteverhältnisse.<br /> Mehrere, die diese Gewalt ablehnen und einer der Gewalttäter ist. Die<br /> Situation vorgestern Abend hatte andere Kräfteverhältnisse. 2<br /> Knastbrüder, ich hatte sie nicht genauer Beschrieben, weil ich es für<br /> die Schilderung für nicht so wichtig empfand und ich alleine. Die<br /> Situation war noch nicht eskaliert. Hätte ich sie Eskalieren lassen<br /> sollen? Ich weis es nicht. Hätte es jemanden geholfen. Ich denke nicht.<br /> Im Prinzip eine Äußerung des Klassenkampfes. Einer der Ausdrücke der<br /> Ablenkung, ein Ventil für die Unzufriedenheit der Massen. Ob es die<br /> Frau ist, der Ausländer, der Alte, die Jugend, der Jude, der Moslem,<br /> der Christ... diese Liste ist unendlich lang. Hauptsache es geht nicht<br /> gegen die Herrschenden.<br /> <br /> Was mir zu den anderen Posts aufgefallen ist, das ich doch so geschrieben habe, das die Situation gut herauszulesen war, denn es wurden viele sehr richtige und treffende Schlussfolgerungen gezogen. Ich denke hier haben die Schreiber bewusst die dialektische Methode angewandt, sind nicht einem spontanen Gefühlsausbruch gefolgt aber auch nicht ihr Gefühl beiseite gelegt. Das ist auch so ein Problem was mir immer mal dazwischenfunkt und mich dann auch stark irritiert, vor allem wenn ein jemand solche zerstörerischen Kritiken schreibt.<br /> Und dann die vielen Fragen, die da eine Posterin hat. Auf diese Fragen wird es wohl so einfach keine Antworten geben können und in der Situation hatte ich sie natürlich auch nicht. Also können sie auch nicht zu einer Qualifizierung, richtig oder falsch gehandelt, führen.<br /> <br />
Comment Re: Frauen und Familie
Antwort vom 24.05.2020 19:19 Uhr von mir auf die 1. Rückmeldung auf RF News. Teil 1<br /> Diese Schilderung des Ereignisses sollte keine Moral haben. Sie sollte<br /> ein Ereignis des Lebens in unserer Gesellschaft darstellen. An sich<br /> war ich sehr beeindruckt von dieser Frau. Natürlich auch sehr<br /> aufgewühlt von dieser Situation in die ich da geraten bin. Was<br /> letztendlich richtig oder falsch gewesen wäre... . Ich bin mir da<br /> selbst sehr unsicher glauben sie mir. Deshalb schrieb ich es auch auf.<br /> Ich denke um das erlebte für mich besser verarbeiten zu können.<br /> Nach meiner Einschätzung aus der Situation an Ort und Stelle mit den<br /> Protagonisten mit Gestik, Mimik usw. hätte diese nur noch Eskallieren<br /> können. Das wäre sehr warscheinlich sehr schlecht für mich und in<br /> Folge der angeheitzten Stimmung auch sehr schlecht für sie<br /> ausgegangen, das habe ich so abgewogen.<br /> Hilfe war nicht in Sicht, Straßen waren leer, es war Nachts<br /> 22:30-23.00 Uhr. Telefon hatte ich nicht mit.<br /> Nicht immer wird es in menschlichen Begebenheiten Helden geben. Und<br /> Ich denke ich habe es nicht gut formuliert, denn es kam wohl nicht gut<br /> heraus. Auch habe ich nur einige "Fetzen" des ganzen Dialoges<br /> wiedergegeben. In dieser Situation gab es eine Heldin. Sie hat mit<br /> allen in ihrer Situation und ihren aus der Erfahrung zugänglichen<br /> Mitteln Schaden von mir abgelenkt. Es ist eine Geschichte aus dem<br /> Leben. Eine der Begebenheiten, wie sie oft ausgeblendet werden. Sie<br /> hat den Zorn auf die Welt von diesem Mann auf sich genommen. Sie ist<br /> keine Schwache Frau. Ja und ich war wohl nicht Vorbildlich und doch<br /> war es wichtig das es veröffendlicht wird.<br /> Ich denke viele Leute und ich hoffe ich auch können noch viel aus<br /> dieser Begebenheit ziehen.<br /> <br />
Comment Re: Frauen und Familie
Vor kurzem machte eine Bekannte mir Vorwürfe, warum ich meine 82 jährige Mutter in den Aldi zum Einkaufen gehen lasse. Ich müsse als Tochter doch ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich meine Mutter der Gefahr der Ansteckung aussetze und sie womöglich stirbt, denn sie gehöre ja zur Risikogruppe. Da sprach sie etwas aus, was mir selbst durch den Kopf geht. Bis Ende April habe ich alles für erledigt, was mit außer Haus gehen verbunden war, ihr Mundschutz besorgt, sie aufgeklärt, informiert, getröstet. Aber irgendwann kam der Zeitpunkt, da wollten wir beide nicht mehr. Sie begann wieder, das Haus zu verlassen, sich mit Freundinnen zu treffen und wollte wieder mehr am Leben teilhaben, das sich eben nicht auf die Kernfamilie beschränkt. Von ihrer Seite aus war es eine selbstbestimmte Entscheidung, da sehe ich eine Parallele zu der "mutigen Frau unter der Brücke".<br /> Und von meiner Seite aus war eine Grenze meiner Leistungsfähigkeit erreicht, die ich nicht weiter überschreiten konnte und wollte. Die Familienverantwortung hat man immer. Wenn die Kinder aus dem Haus sind ist man immer noch verbunden und auch verpflichtet, man passt auf Enkel auf, kümmert sich um die eigenen Eltern, den Partner usw. Als Frau hat man ein schlechtes Gewissen wenn man nein sagt, weil man auch geprägt ist von der bürgerlichen Moral, dass die Frauen für alles Familiäre die Verantwortung tragen. Wir müssen weg von diesem ganzen Individuellen und wir brauchen Lebensformen wo wir solche Alltagsfragen und die Freizeit gemeinsam anpacken. Und ich glaube, dass das auch ein ganz dringendes Bedürfnis der Menschen ist, was vielen jetzt erst richtig bewusst wird.
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
Covid-19 kann viele Gewebe im Körper schädigen und zerstören. Die Blutgefäße spielen dabei ein große Rolle, weil sie eben sehr wichtig sind. Das ist nicht nur in der Lunge so. Das weiß man auch jetzt schon. Die Einzelheiten werden gerade weiter erforscht.
Comment Re: Krisenmanagement der Regierung
Großspurig kündigten die Ministerpräsidenten von Thüringen (Linke) und Sachsen (CDU) an, sie wollten künftig kein Krisenmodus mehr, sondern anstelle von Verboten solle es ab dem 6. Juni 2020 Gebote geben. Kretschmer (CDU) sagte es sei jetzt richtig den "Staat weiter zurückzunehmen". Das Motto sei: "Mehr Eigenverantwortung, weniger staatliche Vorgaben, weniger Verbote.". (ntv, 26.5.20)Welch ein Ammenmärchen - den Staat zurücknehmen in einer kapitalistischen Gesellschaft. <br /> <br /> Was die Landesregierungen darunter verstehen, wird z.B. an der Situation von tausenden Lehrern und Kita-Angestellten in Sachsen deutlich. Im April 2020 waren alle Beamten und Angestellten in staatlichen Schulen und Kitas, die zur Risikogruppe gehörten, zurecht von der Arbeit im Rahmen der Notbetreuung freigestellt. Jetzt wo seit 18.05. uneingeschränkt alle Schulen und Kitas wieder geöffnet haben, gilt der besondere Schutz von besonders gefährdeten Mitarbeitern nicht mehr. Es ist daher ein völlig berechtigte Forderung gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter, Angestellten und ihre Familien zehntausende neue Stellen in den Schulen und Kitas zu schaffen.<br /> <br /> Ein weiteres Beispiel ist die Situation in den Flüchtlingsunterkünften. So prangern seit Anfang April 2020 Flüchtlinge u.a. in der Erstaufnahmestelle Dölzig (bei Leipzig) an, dass ihnen nicht mal Seife für tägliche Hygenie zur Verfügung steht und sie in völlig beengten Räumen leben müssen. In der Folge wurde einer ihrer Sprecher in eine Aufnahmeeinrichtung für erkrankte Menschen und Menschen mit Behinderung nach Chemnitz verlegt. Es war ein wichtiger Erfolg der Solidarität, dass er nach wenigen Tagen wieder nach Dölzig zurück kam. Morgen protestieren sie erneut in Leipzig! (solidaritaet-international.de oder saechsischer-fluechtlingsrat.de)
Comment Re: Auswirkungen auf die soziale Lage
Zur reduzierten Kinderbetreuung in NRW<br /> Heute traf ich meine Freundin und sie fragt: Kennst du schon die neuen Regelungen für die Kitas? Wer vorher 20 Stunden hatte, soll jetzt 10 Stunden bekommen, wer 30 Stunden hat nur noch 20 und wer 45 Stunden hat nur noch 35. Ich frag mich wie das gehen soll? Meine Nachbarin hat jetzt schon totalen Krach mit den Erzieherinnen in der Kita. Sie muss ja arbeiten und dann fragt sie die Erzieherin, ob sie das Kind nicht früher abholen kann. Die Nachbarin gibt der Erzieherin zur Antwort: „Soll ich also den Transport der alten Dame von Arzt nach Hause unterbrechen und ihr sagen, sie soll alleine nach Hause laufen? Ich muss arbeiten – das kann ich nicht machen.“ <br /> Überhaupt – überall sind die Leute richtig gereizt und sauer. Als ich ihr dann antworte – aber warum sollen wir uns jetzt untereinander streiten – stutzt sie erst. Ich setze nach – egal was sie anpacken und wie sie es anpacken – die Regierung und die Monopole bekommen weder die Corona-Pandemie noch die Wirtschaftskrise richtig in den Griff. Ihr einziger Ausweg ist, alle Lasten auf uns abzuwälzen – dazu wollen sie uns spalten. So hatte sie das noch nicht betrachtet – es hat ihr aber gefallen.
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