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Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
(4)<br /> Z.B. gaben am 28.4. vier wissenschaftliche Institute (Fraunhofer, Helmholtz, Leibniz, Planck) aufgrund ihrer gemeinsamen Modellrechnung die Empfehlung heraus, die Öffnung um mehrere Wochen hinauszuschieben: So könnte R0 auf knapp über 'Null' gesenkt werden und die Pandemie längerfristig besser und einfacher mit Kontaktverfolgung unter Kontrolle gehalten werden. Das wurde gar nicht mehr öffentlich diskutiert, weil die politischen Entscheidungen zur Öffnung im Interesse der Profitwirtschaft schon gefallen waren... Die Hetzkampagne, die "BILD" jetzt gegen Prof. Drosten losgetreten hat, ist nur ein Beispiel, wie dieser ideologische Kampf in den nächsten Monaten noch an Schärfe zunehmen wird! <br /> <br /> Ein R-Wert knapp unter 1 bedeutet ja nur, dass sich das Virus weiter in der anfälligen Bevölkerung ausbreitet. Zwar langsam, aber gleichmässig. Bisher gibt es nichts, das darauf hindeutet, dass es _nicht_ zu einer 2. Welle kommen wird! Forscher der ETH Zürich haben diese Woche neue Modellrechnungen veröffentlicht: In der Schweiz würden noch mal bis zu 5000 Menschen sterben - mehr als das Dreifache wie bisher.<br /> <br /> Quellen:<br /> - David Quammen; Spillover - der tierische Ursprung weltweiter Seuchen<br />   München, 2020; S.142 ff.<br /> - NDR-Podcast 'Synapsen' zu Modellierungen (auf der Webseite ist auch ein Link zu einem<br />    konkreten Simulationsmodell der Uni Hohenheim. Dort kann man eine Epidemie<br />    "nachspielen".): <br />    https://www.ndr.de/nachrichten/info/Synapsen-Warum-Modellierungen-in<br />    -der-Coronapandemie-so-wichtig-sind,podcastsynapsen106.html
Comment Re: Die Coronakrise und ihre Folgen
Rene, es ist zweifellos kränkend und erniedrigend, aufgrund der bloßen Zugehörigkeit zu einer mehr oder weniger willkürlich bestimmten Risikogruppe kein Blut spenden zu dürfen. Ich sehe aber keine Dringlichkeit dieser Frage in Zeiten der Corona-Pandemie, wenn die Versorgung mit Blutkonserven laut Bundesgesundheitsminister gesichert ist, und keinen Zusammenhang mit den zuvor angesprochenen Existenzsorgen der Grundsicherungsbeziehenden.
Comment Re: Frauen und Familie
Gestern brachte die ZDF heute-Sendung einen Beitrag zu einer Elterninitiative mit einer Petition, die Frauen aus Baden-Württemberg gestartet haben ("Kinder brauchen Kinder"). Konkret geht es ihnen dabei vor allem darum, die Rechte der Kinder auf Bildungs-, Freizeit-, Betreuungs- und Bewegungsangebote zu stärken. Was mich an dem Beitrag beeindruckt hat, waren v.a. die Statements bzw. die Kritik der Frauen am Krisenmanagement der (Landes)Regierung, dass sie erst einmal alles andere im Lockerungswahn wieder geöffnet haben, während die Kinder und Familien das Nachsehen haben. Auch das Selbstbewusstsein, mit der sie es geäußert haben, fand ich stark. Es ist nicht selbstverständlich, in solch einer belastenden Situation als Mutter politisch aktiv zu werden. Wir müssen solche Frauen bzw Eltern gewinnen im Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten von Weltwirtschafts-, Finanz- und Coronakrise. <br /> <br /> Was meint ihr zu dieser Initiative? Es geht zwar dabei in erster Linie um Kinder - aber es sind ja vor allem die Frauen, die sich für sie einsetzen, weil es ihrer gesellschaftlichen Rolle entspricht. <br /> <br />
Comment Re: Auswirkungen auf die soziale Lage
Heute (28.5.) wird in rf-news das Thema Urlaub bzw die Bezahlbarkeit einer Urlaubsreise thematisiert. <br /> Ich erlaube mir die Frage: ist das wirklich eine so wesentliche Frage?<br /> <br /> Es wird im Artikel gefragt: "Wer kann sich also da noch einen größeren Urlaub erlauben?"<br /> Ich halte dagegen: Zumindest in Ostdeutschland stellt sich für einen großen Teil der Leute diese Frage seit 30 Jahren. <br /> <br /> In dem Artikel ist von Urlaubs- und Weihnachtsgeld die Rede. In Ostdeutschland kennt man die Begriffe, aber für einen Großteil ist das eben nur ein abstrakter Begriff. <br /> Tarifverträge spielen bei VW, Infineon und ein paar anderen Werken eine Rolle, für sehr viele andere nicht, weil die Firmen nicht Tarifgebunden sind. <br /> <br /> Viele arbeiten deutlich untertariflich (ich auch) in kleineren Firmen. Parallel dazu steigen die Lebenshaltungskosten und auch die Kosten für Urlaubsreisen erhöhen sich permanent (wenn das den Beschäftigten in den Urlaubsregionen zugute kommen würde, würde ich das unterstützen, aber ich bezweifle, dass die Putzfrau im Hotel auf Mallorca nur einen Cent mehr bekommt, wenn die Reise um sagen wir 100 Euro teurer wird als im Vorjahr.) <br /> <br /> Nein, die Frage, ob Urlaub drin ist, sollte doch wohl hinter der Forderung nach gleichen Lebensbedingungen in Ost und West, höheren Löhnen, deutliche Anhebung des Mindestlohns (CDU-Leute forderten neulich die Absenkung desselben), Gesetzesstatus für Tarifvereinbarungen zurückstehen, denn für sehr viele, sicher auch im "Westen", ist Urlaub außerhalb von Balkonien schon lange ein nicht oder kaum noch bezahlbarer Luxusartikel geworden, der maximal aller zig Jahre drin ist.<br /> <br /> Grüße aus Dresden von einem Geringverdiener.<br /> <br /> https://www.rf-news.de/2020/kw22/fuer-viele-ist-dieses-jahr-kein-urlaub-drin
Comment Re: Die Weltwirtschafts und Finanzkrise und ihre Folgen
Viel diskutiert und auch kritisiert wird gerade die von der Autoindustrie geforderte Kaufprämie. Aus der Daimler-Zentrale tönt es, der Staat müsse jetzt das brachliegende Geschäft wieder anspringen lassen - "wie mit einem Defibrillator". Jetzt kann man bei der Autoindustrie nicht gerade von einem drohenden plötzlichen Herztod sprechen. Allein VW hat 2019 einen Umsatz von 252,6 Milliarden Euro gemacht (+7,1%). Besonders laut melden sich in der Debatte die Auto-Ministerpräsidenten Söder (Bayern/BMW), Kretschmann (Baden-Württemberg/Daimler) und Weil (Niedersachsen/VW) zu Wort. Der "Grüne" Kretschmann wirbt dabei explizit für Verbrennungsmotoren: "Wer einen besseren Vorschlag hat, soll kommen!". Stefan Weil, selbst im Aufsichtsrat von VW, hat auf einmal sein Herz für die Zulieferer entdeckt "Ich habe aktuell insbesondere Sorgen, was die Zuliefererbetriebe angeht. Wenn nicht schnell die Nachfrage anspringt, werden viele bald die Bücher zuklappen und sagen: Sorry, aber das war's." Als sich die in Hannover kämpfenden Sitech-Arbeiter hilfesuchend an den Landtag gewendet hatten, damit er was gegen die Schließung der VW-Sitzefertigung und Entlassung von 470 Kollegen unternimmt, stießen sie auf taube Ohren. Auch der IG Metall-Chef Hofmann gesellt sich dazu und unterstützt das Konjunkturpaket der Bundesregierung inklusive Kaufprämie als "Notfallmedizin". Berechtigt kritisieren Eltern angesichts mangelnden Gesundheitsschutzmitteln in Schulen und Kitas: Für Konzerne ist Geld da, für Familien nicht. Als Krankenschwester und Verdi-Mitglied bin ich entschieden dagegen, den kranken Kapitalismus zu pflegen.
Comment Re: Frauen und Familie
@Christine<br /> Zuerst mal, wie von Rene schon dargelegt, brauchst Du ganz bestimmt kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn deine Mutter alleine einkaufen geht.<br /> Die Vorwürfe deiner Bekannten zeigen deutlich, wie die Meinungsmache der Herrschenden Erfolg hat; frei nach dem Motto, alle Alten sind Risikogruppe ( oder auch dement, hilflos, bedürftig etc. ) wird hier ein Bild einer Gesellschaftsgruppe gezeichnet, welches im Endeffekt dazu führt, alle alten Menschen praktisch zu entmündigen. Sicher gibt es alte Menschen, auf die diese Dinge zutreffen. Aber genauso gibt es unzählige Menschen, die auch mit 70, 80 oder noch mehr Jahren voll im Leben stehen, z.T. aktiver und leistungsfähiger sind als deutlich Jüngere.<br /> Gerade dieses alle über einen Kamm scheren erfahre ich täglich bei meiner Arbeit als Altenpfleger; es wird nicht unterschieden, wie viele Ressourcen der Einzelne noch besitzt, sondern stur nach dem Motto Alt = pflegebedürftig verfahren.<br /> Hier zeigt sich wieder einmal die Willkür der Herrschenden. Es wird nicht nach Fakten entschieden, sondern nach gutdünken.
Comment Re: Frauen und Familie
Hallo Christine<br /> <br /> zu dem Punkt, ob du ein schlechtes Gewissen haben musst, wenn du deine Mutter alleine einkaufen gehen lässt, sag ich ganz klar: Nein, musst du nicht. Die Vorwürfe der Bekannten sind nicht berechtigt. <br /> Ja, die Gefahr der Ansteckung besteht natürlich. Aber soll man sich deswegen, weil man zu einer Risikogruppe gehört, zu Hause einschließen? <br /> <br /> Und wenn deine Mutter alleine einkaufen kann, heißt das ja, dass sie körperlich dazu in der Lage ist (was in dem Alter nicht bei allen so ist). Ich hatte es schon mal an anderer Stelle irgendwo hier im Forum vor einigen Wochen geschrieben: Auch alte Menschen haben das Bedürfnis, am Alltagsleben teilzunehmen. Einzukaufen. Freunde zu sehen. Raus aus der Isolation, die auch psychisch kaputtmacht (ich weiß, wovon ich rede). Daraus mit dem Argument, man könnte sich anstecken, einen Vorwurf abzuleiten, halte ich für zutiefst unsolidarisch. <br /> <br /> Vorsichtsmaßnahmen sind unbedingt wichtig. Keine Frage. Jedes Risiko muss minimiert werden. <br /> <br /> Und der Vorwurf beinhaltet zudem, was der Staat gerne macht: dir als Privatperson die Verantwortung aufzubürden, dich um alles zu kümmern. Ob du dazu in der Lage bist, klammert die Bekannte offenbar vollkommen aus, so wie der Staat vielen Familien.<br /> Frag doch die Bekannte beim nächsten Gespräch, was sie als Alternative vorschlägt. Wahrscheinlich sagt sie dann nichts, weil da ihre eigene Verantwortung gefordert ist.<br /> <br /> Übrigens: ich gehöre auch zu einer Risikogruppe und gehe trotzdem bewusst unter Menschen. Auch zu Montagsdemo oder ähnlichem. Bewusst mit dem Wissen, dass ich es mir und anderen schuldig bin, Sicherheitsmaßnahmen bewusst zu ergreifen.
Comment Re: Die Coronakrise und ihre Folgen
In Deutschland gibt es ein Blutspendeverbot für homosexuelle Männer. Das will Minister Spahn auch in der Corona Pandemie nicht aufheben (siehe LINK) <br /> <br /> Eine Petition dagegen, auf den Weg gebracht vor paar Monaten, übrigens von der FDP, hatte leider keinen Erfolg.<br /> <br /> Der Grund ist an den Haaren herbeigezogen. Es solle eine Infektion mit HIV vermieden werden. <br /> Als ob nicht sowieso jede Blutspende auf sowas überprüft werden würde. <br /> <br /> Zitat: "Dabei müsse allerdings "jeder Anschein einer Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität ausgeschlossen werden", schrieb der Minister" --- Doch, Herr Spahn, das ist Diskriminierung. Was sonst. <br /> <br /> Zitat: "Homosexuelle Männer dürfen in Deutschland nur dann Blut spenden, wenn sie zwölf Monate lang keinen Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann gehabt haben." --- Aha, aber wenn ein heterosexueller Mann übertrieben gesagt jeden Tag mit einer andere Frau Geschlechtsverkehr haben sollte und evtl im Bordell ein und aus geht, und hinterher mal eben Blut spenden geht, ist wohl kein Risiko einer sexuell übertagbaren Krankheit vorhanden? <br /> <br /> Ich bin nicht homosexuell, aber diese Diskriminierung, die angeblich keine ist, find ich unglaublich. Mittelalter lässt grüßen. <br /> <br /> Wie steht eigentlich RF und MLPD zu dieser Sache? Oder hier mitdiskutierende Mediziner?<br /> <br /> https://de.yahoo.com/nachrichten/spahn-will-blutspende-verbot-f%C3%BCr-homosexuelle-m%C3%A4nner-lockern-151908482--finance.html
Comment Re: Frauen und Familie
zu "Eine starke Frau"<br /> Diese oder ähnliche Situationen dürften schon viele von uns erlebt haben. So schlimm es für den jeweiligen Betroffenen auch ist, verstehe ich doch nicht, dass dieses Erlebnis hier einen so großen Spielraum einnimmt. Tagtäglich werden Frauen Opfer von Gewalt, egal ob physisch oder psychisch.<br /> Dieser Fall ist also nicht außergewöhnliches, sondern sozusagen der "normale Alltag".<br /> Ich finde, für ein Diskussionsforum sollten doch generelle Themen der Hauptpunkt sein und nicht irgendwelche persönlichen Erlebnisse, über deren Hintergrund zudem überhaupt keine Informationen vorliegen ( warum dieses Verhalten des Mannes ).<br /> Ich will hier das Eingreifen des Berichterstatters keinesfalls klein reden, im Gegenteil, wenn es mehr Zivilcourage in dieser Gesellschaft gäbe, würden viele Dinge gar nicht erst passieren.<br /> Gerade in der jetzigen Situation wird aber überdeutlich, wie sehr die doppelte Ausbeutung der Frau in diesem System verankert ist. Die Frau ist sozusagen der "Mittelpunkt" der bürgerliche Familie, hat für den Mann und die Kinder zu sorgen. Nebenbei macht sie noch ein bisschen Homeoffice, übernimmt die Aufgaben der geschlossenen Schulen und Kitas, natürlich völlig für lau, der Dank der bürgerlichen Gesellschaft ist ihr Lohn genug.<br /> Ich glaube, hier ist ein wesentlich größeres Feld für wirklich anregende Diskussionen als das "Breittreten" von persönlichen Erlebnissen ( ohne diese als Banalitäten abtun zu wollen ).
Comment Re: Frauen und Familie
Teil 2:<br /> In Ihrer Anfrage machen sie eine Schilderung und beschreiben auch eine<br /> Situation. Eine schon Eskalierte, also mit Gewaltausbruch gegen eine<br /> Frau. Und sie zeigen in ihr sehr genau die Kräfteverhältnisse.<br /> Mehrere, die diese Gewalt ablehnen und einer der Gewalttäter ist. Die<br /> Situation vorgestern Abend hatte andere Kräfteverhältnisse. 2<br /> Knastbrüder, ich hatte sie nicht genauer Beschrieben, weil ich es für<br /> die Schilderung für nicht so wichtig empfand und ich alleine. Die<br /> Situation war noch nicht eskaliert. Hätte ich sie Eskalieren lassen<br /> sollen? Ich weis es nicht. Hätte es jemanden geholfen. Ich denke nicht.<br /> Im Prinzip eine Äußerung des Klassenkampfes. Einer der Ausdrücke der<br /> Ablenkung, ein Ventil für die Unzufriedenheit der Massen. Ob es die<br /> Frau ist, der Ausländer, der Alte, die Jugend, der Jude, der Moslem,<br /> der Christ... diese Liste ist unendlich lang. Hauptsache es geht nicht<br /> gegen die Herrschenden.<br /> <br /> Was mir zu den anderen Posts aufgefallen ist, das ich doch so geschrieben habe, das die Situation gut herauszulesen war, denn es wurden viele sehr richtige und treffende Schlussfolgerungen gezogen. Ich denke hier haben die Schreiber bewusst die dialektische Methode angewandt, sind nicht einem spontanen Gefühlsausbruch gefolgt aber auch nicht ihr Gefühl beiseite gelegt. Das ist auch so ein Problem was mir immer mal dazwischenfunkt und mich dann auch stark irritiert, vor allem wenn ein jemand solche zerstörerischen Kritiken schreibt.<br /> Und dann die vielen Fragen, die da eine Posterin hat. Auf diese Fragen wird es wohl so einfach keine Antworten geben können und in der Situation hatte ich sie natürlich auch nicht. Also können sie auch nicht zu einer Qualifizierung, richtig oder falsch gehandelt, führen.<br /> <br />
Comment Re: Frauen und Familie
Antwort vom 24.05.2020 19:19 Uhr von mir auf die 1. Rückmeldung auf RF News. Teil 1<br /> Diese Schilderung des Ereignisses sollte keine Moral haben. Sie sollte<br /> ein Ereignis des Lebens in unserer Gesellschaft darstellen. An sich<br /> war ich sehr beeindruckt von dieser Frau. Natürlich auch sehr<br /> aufgewühlt von dieser Situation in die ich da geraten bin. Was<br /> letztendlich richtig oder falsch gewesen wäre... . Ich bin mir da<br /> selbst sehr unsicher glauben sie mir. Deshalb schrieb ich es auch auf.<br /> Ich denke um das erlebte für mich besser verarbeiten zu können.<br /> Nach meiner Einschätzung aus der Situation an Ort und Stelle mit den<br /> Protagonisten mit Gestik, Mimik usw. hätte diese nur noch Eskallieren<br /> können. Das wäre sehr warscheinlich sehr schlecht für mich und in<br /> Folge der angeheitzten Stimmung auch sehr schlecht für sie<br /> ausgegangen, das habe ich so abgewogen.<br /> Hilfe war nicht in Sicht, Straßen waren leer, es war Nachts<br /> 22:30-23.00 Uhr. Telefon hatte ich nicht mit.<br /> Nicht immer wird es in menschlichen Begebenheiten Helden geben. Und<br /> Ich denke ich habe es nicht gut formuliert, denn es kam wohl nicht gut<br /> heraus. Auch habe ich nur einige "Fetzen" des ganzen Dialoges<br /> wiedergegeben. In dieser Situation gab es eine Heldin. Sie hat mit<br /> allen in ihrer Situation und ihren aus der Erfahrung zugänglichen<br /> Mitteln Schaden von mir abgelenkt. Es ist eine Geschichte aus dem<br /> Leben. Eine der Begebenheiten, wie sie oft ausgeblendet werden. Sie<br /> hat den Zorn auf die Welt von diesem Mann auf sich genommen. Sie ist<br /> keine Schwache Frau. Ja und ich war wohl nicht Vorbildlich und doch<br /> war es wichtig das es veröffendlicht wird.<br /> Ich denke viele Leute und ich hoffe ich auch können noch viel aus<br /> dieser Begebenheit ziehen.<br /> <br />
Comment Re: Frauen und Familie
Vor kurzem machte eine Bekannte mir Vorwürfe, warum ich meine 82 jährige Mutter in den Aldi zum Einkaufen gehen lasse. Ich müsse als Tochter doch ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich meine Mutter der Gefahr der Ansteckung aussetze und sie womöglich stirbt, denn sie gehöre ja zur Risikogruppe. Da sprach sie etwas aus, was mir selbst durch den Kopf geht. Bis Ende April habe ich alles für erledigt, was mit außer Haus gehen verbunden war, ihr Mundschutz besorgt, sie aufgeklärt, informiert, getröstet. Aber irgendwann kam der Zeitpunkt, da wollten wir beide nicht mehr. Sie begann wieder, das Haus zu verlassen, sich mit Freundinnen zu treffen und wollte wieder mehr am Leben teilhaben, das sich eben nicht auf die Kernfamilie beschränkt. Von ihrer Seite aus war es eine selbstbestimmte Entscheidung, da sehe ich eine Parallele zu der "mutigen Frau unter der Brücke".<br /> Und von meiner Seite aus war eine Grenze meiner Leistungsfähigkeit erreicht, die ich nicht weiter überschreiten konnte und wollte. Die Familienverantwortung hat man immer. Wenn die Kinder aus dem Haus sind ist man immer noch verbunden und auch verpflichtet, man passt auf Enkel auf, kümmert sich um die eigenen Eltern, den Partner usw. Als Frau hat man ein schlechtes Gewissen wenn man nein sagt, weil man auch geprägt ist von der bürgerlichen Moral, dass die Frauen für alles Familiäre die Verantwortung tragen. Wir müssen weg von diesem ganzen Individuellen und wir brauchen Lebensformen wo wir solche Alltagsfragen und die Freizeit gemeinsam anpacken. Und ich glaube, dass das auch ein ganz dringendes Bedürfnis der Menschen ist, was vielen jetzt erst richtig bewusst wird.
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
Covid-19 kann viele Gewebe im Körper schädigen und zerstören. Die Blutgefäße spielen dabei ein große Rolle, weil sie eben sehr wichtig sind. Das ist nicht nur in der Lunge so. Das weiß man auch jetzt schon. Die Einzelheiten werden gerade weiter erforscht.
Comment Re: Krisenmanagement der Regierung
Großspurig kündigten die Ministerpräsidenten von Thüringen (Linke) und Sachsen (CDU) an, sie wollten künftig kein Krisenmodus mehr, sondern anstelle von Verboten solle es ab dem 6. Juni 2020 Gebote geben. Kretschmer (CDU) sagte es sei jetzt richtig den "Staat weiter zurückzunehmen". Das Motto sei: "Mehr Eigenverantwortung, weniger staatliche Vorgaben, weniger Verbote.". (ntv, 26.5.20)Welch ein Ammenmärchen - den Staat zurücknehmen in einer kapitalistischen Gesellschaft. <br /> <br /> Was die Landesregierungen darunter verstehen, wird z.B. an der Situation von tausenden Lehrern und Kita-Angestellten in Sachsen deutlich. Im April 2020 waren alle Beamten und Angestellten in staatlichen Schulen und Kitas, die zur Risikogruppe gehörten, zurecht von der Arbeit im Rahmen der Notbetreuung freigestellt. Jetzt wo seit 18.05. uneingeschränkt alle Schulen und Kitas wieder geöffnet haben, gilt der besondere Schutz von besonders gefährdeten Mitarbeitern nicht mehr. Es ist daher ein völlig berechtigte Forderung gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter, Angestellten und ihre Familien zehntausende neue Stellen in den Schulen und Kitas zu schaffen.<br /> <br /> Ein weiteres Beispiel ist die Situation in den Flüchtlingsunterkünften. So prangern seit Anfang April 2020 Flüchtlinge u.a. in der Erstaufnahmestelle Dölzig (bei Leipzig) an, dass ihnen nicht mal Seife für tägliche Hygenie zur Verfügung steht und sie in völlig beengten Räumen leben müssen. In der Folge wurde einer ihrer Sprecher in eine Aufnahmeeinrichtung für erkrankte Menschen und Menschen mit Behinderung nach Chemnitz verlegt. Es war ein wichtiger Erfolg der Solidarität, dass er nach wenigen Tagen wieder nach Dölzig zurück kam. Morgen protestieren sie erneut in Leipzig! (solidaritaet-international.de oder saechsischer-fluechtlingsrat.de)
Comment Re: Auswirkungen auf die soziale Lage
Zur reduzierten Kinderbetreuung in NRW<br /> Heute traf ich meine Freundin und sie fragt: Kennst du schon die neuen Regelungen für die Kitas? Wer vorher 20 Stunden hatte, soll jetzt 10 Stunden bekommen, wer 30 Stunden hat nur noch 20 und wer 45 Stunden hat nur noch 35. Ich frag mich wie das gehen soll? Meine Nachbarin hat jetzt schon totalen Krach mit den Erzieherinnen in der Kita. Sie muss ja arbeiten und dann fragt sie die Erzieherin, ob sie das Kind nicht früher abholen kann. Die Nachbarin gibt der Erzieherin zur Antwort: „Soll ich also den Transport der alten Dame von Arzt nach Hause unterbrechen und ihr sagen, sie soll alleine nach Hause laufen? Ich muss arbeiten – das kann ich nicht machen.“ <br /> Überhaupt – überall sind die Leute richtig gereizt und sauer. Als ich ihr dann antworte – aber warum sollen wir uns jetzt untereinander streiten – stutzt sie erst. Ich setze nach – egal was sie anpacken und wie sie es anpacken – die Regierung und die Monopole bekommen weder die Corona-Pandemie noch die Wirtschaftskrise richtig in den Griff. Ihr einziger Ausweg ist, alle Lasten auf uns abzuwälzen – dazu wollen sie uns spalten. So hatte sie das noch nicht betrachtet – es hat ihr aber gefallen.
Comment Re: Frauen und Familie
Sollen wir diese Staats- und Familienordnung verteidigen?<br /> Heute gab es einen Leserbrief von einer glühenden Verteidigerin der bürgerlichen Familienordnung. Sie knüpft an an dem von NRW-Ministerpräsident Laschet versprochenen Familienbonus von 600 Euro pro Kind an und schreibt dann: „Das suggeriert, dass die Erziehung/ das Dasein für die Kinder zuerst vom Staat und dann von den Eltern gewährleistet werden muss. Dieses wäre fatal. Die Familie ist die kleinste „soziale Gemeinschaft“ deren Verantwortung wie Erziehung, Bildung und ihre Förderung ihr selbst und nicht dem Staat obliegen.“ Also verlangen die Frauen und die Familien nicht nur in der Corona-Pandemie Unmögliches vom Staat? Anders herum wird ein Schuh draus. Der Staat – oder auch der staatsmonopolistische Kapitalismus - verlangt Unmögliches von den Frauen. Sie sollen die Lehrer ersetzen – die sonst nur mit einem abgeschlossenen Studium ihren Beruf ausüben dürfen. Sie sollen die Erzieherinnen und Erzieher ersetzen, die sich mit ihrer Ausbildung eine hohe Kompetenz erworben haben, eine grundlegende Erziehung der Kinder zu Mitgliedern einer Gemeinschaft zu gewährleisten. Also jede Frau für sich soll sich mit den immer komplexer werdenden Fragen in der Erziehung auseinander setzen. Mit Homeoffice können dann angeblich in kleinen Wohnungen am Küchentisch die vielfältigen Anforderungen an eine berufliche Tätigkeit so nebenher gemacht werden? Alles das auch noch für einen geringeren Lohn. Soll etwa ein Ideal, das nie wirklich eines war, zum neuen Leitbild für Frauen werden? Gab es eigentlich keine andere Zuschriften zu dieser Frage an die Zeitung?
Comment Re: Auswirkungen auf die soziale Lage
Heute in der Presse: "Wirtschaftspolitiker der Union fordern Absenkung des Mindestlohns"<br /> https://www.rnd.de/politik/mindestlohn-unionspolitiker-fordern-absenkung-angesichts-corona-krise-JWPY5ZCBAWXI44WP2G4IHAQ7PE.html?utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR1wjdBl3IxiPoiA1ZEphozOYtOYGgu9Okqx5KfjM7TqldH14V7traEdyrY#Echobox=1590494710<br /> <br /> Es ist keine Überraschung, dass die Folgen der Krise auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung ausgetragen werden soll. <br /> Hektisch meldet die CDU Chefin Widerspruch an, meint, für die CDU sei klar: Nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer solle das Konjunkturprogramm umgesetzt werden.<br /> Nanu, hat sie plötzlich ihre Ader für die Bevölkerung entdeckt?<br /> Oder doch eher Angst vor derselben und dem wachsenden Widerstand, weil Leute aus ihrer Partei aus dem Nähkästchen geplaudert haben?<br /> Mag ja sein, dass die konkrete Form der Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen nicht im Sinne von AKK ist, aber dass genannte Abwälzung erfolgen WIRD, wenn dem nicht entschieden entgegengetreten wird, ist klar wie das Amen in der Kirche.
Comment Re: Wissenschaftliche Erörterung der Pandemie, ihres Ursprungs und Therapien
Hallo Reiner,<br /> das ist der bisherige Stand. Er sagt aber nichts darüber aus, wie das genau funktioniert, welche Reaktionen die Viren auslösen und wie sich die Erkrankung entwickelt. Da ist diese neue Studie jetzt einen Schritt weiter (Zitat):<br /> "Die Forscher konnten belegen, dass die T-Zellen wegen des Blutgefäßschadens eine Entzündung auslösen. Durch die Störung des Blutflusses wird eine spezielle Form der Blutgefäßneubildung ausgelöst, die die Entzündung weiter steigert.<br /> Dieser Mechanismus sei für die Schwere der Erkrankung verantwortlich und demonstriere, „dass ein Lungenversagen bei Covid-19 maßgeblich auf den Gefäßschaden zurückzuführen ist", sagt Hans Michael Kvasnicka, Direktor des Instituts für Pathologie und Molekularpathologie in Wuppertal. Derzeit wird der beschriebene Mechanismus auch an anderen Organen von Patienten untersucht." <br /> Es gilt also jetzt herauszufinden, ob auch die Schäden in den anderen Organen, vor Allem durch den Befall der Gefäße, ausgelöst wird.
Comment Re: Frauen und Familie
Zur Frage an Anne vom 26.05.:<br /> "Aber was macht diese Geschichte jetzt zu einer Korrespondenz für rf-news?"<br /> <br /> Was spricht dagegen?<br /> Das Leben ist vielfältig und es ist doch gut, wenn nicht nur über bedeutende politische Dinge berichtet wird sondern auch über solche Themen und vieles anderes. <br /> Aber vielleicht wird seitens der Redaktion auch auf die Frage eingegangen.
Comment Re: Frauen und Familie
Zu "Eine starke Frau" (2)<br /> <br /> Dennoch ist es nicht zu verurteilen, dass er dann weiterfuhr. Aus Respekt vor dem Wunsch der Frau und – auch das ist wichtig – aus Selbstschutz. Damit handelt der Radfahrer zum zweiten Mal richtig.<br /> <br /> Nein, jetzt müsste ihn (oder sie?) das Gewissen NICHT plagen - und hätte sich nicht veprügeln lassen müssen. (Ob der Berichterstatter ein Mann ist oder auch eine Frau, weiß ich nicht.)<br /> <br /> Aber – da ich selbst vor längerer Zeit in einer nicht unähnlichen Lage war – wäre es u.U. angebracht gewesen, dass er (sie) in einer gewissen Entfernung wieder angehalten und das ganze in sicherer Entfernung, die aber im Notfall schnelles Eingreifen dennoch ermöglichen würde, im Blick behalten hätte. Bis sich die Situation entweder von alleine beruhigt (wie das in dem Fall war, wo ich mal unfreiwilliger Zeuge war) oder bis die Situation eine Form annimmt, wo man derart Hilfe leisten kann, dass man z.B. Passanten aufmerksam macht (es war im konkreten Fall Nacht und wahrscheinlich kein Passant da) oder Polizei ruft. <br /> <br /> Die Situation war kompliziert und eine moralisierende Bewertung ist zwar, vor allem dann, wenn die Verfasserin der ersten Antwort auf jenen Beitrag selbst entsprechendes erfahren musste, zwar nachvollziehbar aber – im konkreten Fall – nicht unbedingt angemessen. Manches ergibt sich aus der konkreten Situation heraus und der oft zu hörende Spruch „da hätte ich das und das gemacht“ wenn man von Ereignissen hört, die passiert sind, ist oft genug nicht wirklich realistisch. <br /> <br /> Dass den Berichterstatter die Sache, nachdem er (sie) in die Nacht fuhr, dennoch nicht kaltgelassen hat, ergibt sich aus dem, dass es den Bericht überhaupt gibt. <br /> <br />
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